Nationalpark Hohe Tauern als Raum für Zukunftsfragen
Beim Forum Anthropozän in Heiligenblut ging es um die Rolle von Nationalparks für Biodiversität, Klimaresilienz und regionale Entwicklung.
Beim 9. Forum Anthropozän in Heiligenblut ging es um die Rolle von Nationalparks in einer Zeit großer globaler Herausforderungen. Im Nationalpark Hohe Tauern Kärnten diskutierten unter anderem Nationalparkreferentin LR.in Marika Lagger-Pöllinger, Nationalparkdirektorin Barbara Pucker, GROHAG-CEO Johannes Hörl sowie Josef Aberger, Obmann der Schutzgemeinschaft der Grundbesitzer im Nationalpark Hohe Tauern, über Aufgaben und Herausforderungen.
Der Nationalpark Hohe Tauern ist ein Zukunftsraum für Kärnten. Er schützt einzigartige Lebensräume, sichert Biodiversität, stärkt die Region und macht Natur für die Menschen erlebbar. Gerade in einer Zeit vieler Krisen brauchen wir Orte, die zeigen, wie sorgsamer Umgang mit Natur, regionale Wertschöpfung und Verantwortung für kommende Generationen zusammengehen.
Lagger-Pöllinger
Nationalparks im Anthropozän
Das Forum stand unter dem Leitthema „CONNECTEDNESS. ZUKUNFTSVERBUNDEN. Nationalparks im Anthropozän“. Dabei ging es um die Frage, welche Bedeutung intakte Schutzgebiete in der sogenannten Menschenzeit haben. Nationalparks sollen Biodiversität bewahren, Bewusstsein schaffen, Regionen stärken und zeigen, wie verantwortungsvoller Umgang mit Natur gelingen kann.
Ein internationaler Höhepunkt war das ZEIT-GESPRÄCH, moderiert von Fritz Habekuß von DIE ZEIT, mit Klima- und Nachhaltigkeitsforscher Hans Joachim Schellnhuber, Nationalparkdirektorin Barbara Pucker, Unternehmer Reinhard Schneider von Werner & Mertz, Liliana Dagostin vom ÖAV, Ruedi Haller vom Schweizerischen Nationalpark und Sektionschef Jürgen Schneider vom BMLUK. Dabei ging es um die strategische Rolle von Nationalparks für Biodiversität, Klimaresilienz, regionale Entwicklung und geopolitische Stabilität.



Barbara Pucker hob hervor, dass Nationalparks im Anthropozän nicht nur Natur schützen, sondern auch die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft stärken. Sie seien Rückzugsräume für Biodiversität, natürliche Klimaschützer und Brücken zwischen Regionen und Staaten.
Schellnhuber verwies auf die globale Dimension der Klimakrise.
Die Pariser Klimaleitplanken von 1,5 bzw. 2°C Erderwärmung werden in den nächsten Jahrzehnten durchbrochen. Das führt die Menschheit in eine Hochrisikozone. Die zentrale Aufgabe unserer Zeit ist daher die Klimareparatur. Das einzige realistische Werkzeug dafür dürfte die organische Transformation der gebauten Umwelt sein: natürliche, klimapositive Materialien wie Holz und Bambus, digitale Hochtechnologien und kulturelle Verankerung verbinden sich für ein Gutes Anthropozän.
Hans Joachim Schellnhuber
Unternehmer Reinhard Schneider stellte nachhaltige Wirtschaftsmodelle in den Vordergrund.
Die Natur zeigt, wie leistungsfähig Systeme sein können – ohne Verschwendung. Für mich heißt Nachhaltigkeit deshalb nicht Verzicht, sondern oft mehr Qualität und Effizienz. Zugleich wird klar: Fossilbasiertes Wirtschaften schadet nicht nur der Umwelt, sondern schafft auch politische und wirtschaftliche Abhängigkeiten. Nachhaltige Lösungen zeigen, dass hohe Leistung auch ressourcenschonend möglich ist und darüber hinaus unsere Sicherheit verbessert.
Unternehmer Reinhard Schneider, Eigentümer von Werner & Mertz
Forum bringt internationale Fachleute nach Heiligenblut
Das Forum Anthropozän wird vom Verein ProMÖLLTAL gemeinsam mit dem Nationalpark Hohe Tauern Kärnten organisiert. Bereits zum neunten Mal kamen internationale Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Kunst und Gesellschaft nach Heiligenblut am Großglockner.
Initiatorin Sabine Seidler erklärte, dass globale Zusammenhänge sichtbar gemacht und nachhaltige regionale Lösungen entwickelt werden sollen. Die Vorbereitungen für das 10. Forum Anthropozän laufen bereits. Es soll von 10. bis 12. Juni 2027 wieder in Heiligenblut am Großglockner stattfinden.
Weitere Informationen gibt es unter www.forum-anthropozaen.com.



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