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Eine brennende weiße Kerze steht auf einer Marmorplatte vor einem Fenster mit Kirchturmsilhouette.

Im Alter von 59 Jahren starb Johannes Krisch in einem Wiener Krankenhaus. Sein Tod wurde vom Theater in der Josefstadt bestätigt.

Johannes Krisch ist am Montag im Alter von 59 Jahren in einem Wiener Spital gestorben. Das Theater in der Josefstadt bestätigte seinen Tod.

Der am 8. Dezember 1966 in Wien geborene Schauspieler absolvierte zunächst eine Tischlerlehre. Nachdem er für eine Produktion ein Bühnenbild gebaut hatte, begann er selbst mit der Schauspielerei.

Nach ersten Engagements gehörte Krisch von 1989 bis 2019 zum Ensemble des Burgtheaters. Dort arbeitete er mit Claus Peymann, Jürgen Flimm, Ruth Berghaus, Hans Neuenfels und Leander Haußmann und spielte Werke von Shakespeare, Nestroy, Grillparzer, Horváth und Thomas Bernhard. Anschließend stand er unter anderem am Theater in der Josefstadt auf der Bühne, zuletzt als Mitglied des Ensembles. Dort verkörperte er auch Karl Bockerer und erhielt dafür 2022 eine Nominierung für den Nestroy-Preis.

Im Film spielte Krisch in Götz Spielmanns „Revanche“ den Kleinkriminellen Alex, der nach dem Tod seiner Freundin einen Polizisten dafür belangen möchte. Der Film ging 2009 als Kandidat für den Auslandsoscar ins Rennen. In Adrian Goigingers „Märzengrund“ übernahm er die Rolle des älteren Elias. In Elisabeth Scharangs „Jack“ verkörperte er den Schriftsteller und verurteilten Mörder Jack Unterweger, wofür er 2016 den Österreichischen Filmpreis als bester Hauptdarsteller erhielt.

Weitere Auftritte hatte Krisch in „Wald“, „Aus dem Nichts“, „A Cure for Wellness“, „Ein verborgenes Leben“ und zuletzt in Wes Andersons „Der phönizische Meisterstreich“. Im Fernsehen war er unter anderem in „Braunschlag“ und im „Tatort“ zu sehen. Bei der Diagonale wurde er 2011 für Rollen in „Die Vaterlosen“, „Vielleicht in einem anderen Leben“ und „Kottan ermittelt: Rien ne va plus“ ausgezeichnet. 2017 folgten der Große Schauspielpreis der Diagonale für seine Verdienste um die österreichische Filmkultur und der Berufstitel Kammerschauspieler.

Bei einer Premiere in Berlin stürzte Krisch 2012 wegen einer fehlenden Treppe knapp zwei Meter in die Tiefe. Dabei erlitt er eine Wirbelverletzung und einen Riss im Zwerchfell. Wegen gesundheitlicher Probleme musste er 2023 sowohl seine Hauptrolle in Peter Turrinis Uraufführung „Es muss geschieden sein“ als auch die Intendanz der Raimundspiele Gutenstein zurücklegen.

Herbert Föttinger, langjähriger Direktor des Theaters in der Josefstadt, bezeichnete Krisch als einen der bedeutendsten Schauspieler seiner Generation in Österreich. Er würdigte dessen Fähigkeit, Figuren im Augenblick zu erleben und das Publikum daran teilhaben zu lassen. Föttinger erinnerte zudem an Krischs Karl Bockerer, den er als untrennbar mit dessen Namen verbunden bezeichnete.

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