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Eine brennende weiße Kerze vor einem unscharfen Blumenarrangement aus weißen Blüten.

Karin Kathrein starb am 28. Juli nach langer Krankheit in Wien. Die Theaterkritikerin und Theaterwissenschafterin wurde 88 Jahre alt.

Karin Kathrein ist am 28. Juli in Wien nach langer Krankheit gestorben. Die Theaterkritikerin und Theaterwissenschafterin wurde 88 Jahre alt. Ihre Familie gab den Tod der APA bekannt.

Kathrein kam am 7. Juni 1938 in einer großbürgerlichen Wiener Familie zur Welt. Ihr Großvater hatte das Bankhaus Kathrein & Co gegründet. Sie wuchs in einem kulturell und musikalisch geprägten Umfeld auf und besuchte schon früh Theater und Oper.

Karin Kathrein wechselte vom Theater zur Kritik

Ein Modestudium an der Akademie für Angewandte Kunst brach sie ab. Anschließend studierte sie an der Universität Wien Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie und promovierte dort 1965.

Noch während des Studiums arbeitete Kathrein beim Wiener Studententheater, am Theater der Jugend und 1961 bei den Salzburger Festspielen. Bei Leopold Lindtbergs „Faust“-Inszenierung war sie dritte Regieassistentin, Axel Corti erster Regieassistent. Später war sie Produktionsassistentin und Dramaturgin am Theater an der Wien sowie drei Jahre bei einer Künstleragentur tätig, bevor sie Theaterkritikerin wurde.

1970 begann sie als Kulturredakteurin bei der „Presse“, wo Piero Rismondo ihr Mentor war. Von 1985 bis 1988 leitete sie dort das Kulturressort und begleitete unter anderem Claus Peymanns Start am Burgtheater. Danach arbeitete sie als Kulturressortleiterin für „Die ganze Woche“. Ein Angebot für Kurt Falks Zeitung „Täglich Alles“ nahm sie nicht an.

Von 1990 bis 1993 stand Kathrein als Chefredakteurin an der Spitze der Theaterzeitschrift „Bühne“. Danach schrieb sie bis 2001 als Kulturredakteurin und Theaterkritikerin für den „Kurier“. Zwischen 1999 und 2018 führte sie den Vorsitz der Jury des Nestroy-Theaterpreises, den sie mit Werner Urbanek und der Stadt Wien gegründet hatte. Bei ihrer letzten Gala als Juryvorsitzende erhielt sie den Ehren-Nestroy-Preis.

Auszeichnungen und Bücher prägten Kathreins Laufbahn

1994 wurde Kathrein mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse ausgezeichnet, 1999 mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien. Sie veröffentlichte 1982 einen Schauspielführer von der Antike bis zur Gegenwart und gab 2001 mit Gerard Mortier und Hans Landesmann ein Buch über die Salzburger Festspiele von 1992 bis 2001 heraus.

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