Lieserschlucht öffnet früher: Radweg-Projekt kommt voran

Beim Projekt Lieserschlucht gab es vor Ort neue Informationen zum Baufortschritt und zur früheren Öffnung der Schlucht. Auch die weiteren Arbeiten an Radweg und B99 waren Thema.
Die Lieserschlucht kann früher als geplant wieder vollständig für den Verkehr freigegeben werden. Ab 12. Juni ist die Strecke wieder befahrbar. Darüber wurde am Dienstag bei einem Medientermin mit Straßenbaureferent LHStv. Martin Gruber, Spittals Bürgermeister Gerhard Köfer, Seebodens Vizebürgermeister Thomas Grasser und Abteilungsleiter Volker Bidmon gesprochen.
Der Radweg durch die Lieserschlucht wächst sichtbar und entwickelt sich zu einem der bedeutendsten Infrastrukturprojekte für den Radverkehr in Kärnten. Mit diesem Projekt schließen wir eine der wichtigsten Lücken im Kärntner Radwegenetz und schaffen eine durchgehende, sichere Verbindung vom gesamten Großraum Spittal zum Millstätter See sowie vom R1-Drauradweg zur Seenschleife um den Millstätter See und zum Gegendtalradweg.
Straßenbaureferent LHStv. Martin Gruber
Straße und Radweg werden gemeinsam umgesetzt
Laut Gruber geht es bei dem Projekt nicht nur um den Radweg. Auch die Sicherheit der B99 wird verbessert. Dazu gehören Steinschlagschutzmaßnahmen, Arbeiten an der Ertlwand, die Verstärkung bestehender Stützmauern, eine neue Entwässerung der B99 und eine Fahrbahnsanierung in der Schlucht.
Die oft genannten 23,2 Millionen Euro beziehen sich auf das gesamte Projekt und nicht nur auf den Radweg. Fast neun Millionen Euro fließen laut Land Kärnten in die Straßenbaumaßnahmen. Zusätzlich konnten rund acht Millionen Euro Bundesmittel für das Gesamtprojekt nach Kärnten geholt werden. Für die eigentliche Radwegverbindung bleibt für das Land nach Abzug von Gemeindeanteil und Bundesförderung ein Anteil von rund 5,3 Millionen Euro.
60 Prozent der Kragplatten fertig
Der Radweg durch die Lieserschlucht gilt als technisch besonders anspruchsvoll. Während der Sperre wurde weitergebaut. Rund 60 Prozent der notwendigen Kragplatten, auf denen der neue Radweg liegen wird, sind bereits fertig. Auch schwierige Abschnitte wie im Bereich der Ertlkurve wurden umgesetzt. In Seeboden laufen zudem die Arbeiten an der Radweg-Unterführung unter der B98.
Gruber erklärte, dass die Arbeiten im Zeitplan liegen. Deshalb könne die Schlucht bereits ab 12. Juni wieder komplett für den Verkehr geöffnet werden. Bis in den Herbst soll der Verkehr wieder normal durch die Lieserschlucht fahren können.
Die Zusammenarbeit aller Projektpartner funktioniert hervorragend. Wir befinden uns im Zeitplan, und die Arbeiten schreiten weiter zügig voran. Deshalb können wir die Schlucht vorzeitig öffnen und bereits ab dem 12. Juni wieder vollständig für den Verkehr freigeben. Bis in den Herbst kann der Verkehr somit wieder normal durch die Schlucht fließen.
Straßenbaureferent LHStv. Martin Gruber
Bedeutung für Spittal und Seeboden
Spittals Bürgermeister Gerhard Köfer bezeichnete den Radweg als Gewinn für die gesamte Region. Durch die Verbindung zwischen Millstätter See, Spittal und Drauradweg entstehe eine sichere und moderne Radroute, von der Bevölkerung, Gäste und Tourismus profitieren.
Auch Seebodens Vizebürgermeister Thomas Grasser sieht in der Verbindung zwischen Spittal an der Drau und dem Millstätter See ein Schlüsselprojekt. Sie soll die Verkehrssicherheit erhöhen, den Tourismus stärken, nachhaltige Mobilität fördern und die Lebensqualität verbessern. Außerdem werde Seebodens Rolle als Tor zum Millstätter See weiter gefestigt.
Weitere Arbeiten ab Herbst
Über den weiteren Ablauf sprach Abteilungsleiter Volker Bidmon. Im Sommer wird an der Unterführung der B98 in Seeboden gearbeitet. Im Herbst gehen die Arbeiten in der Lieserschlucht weiter. Dann stehen weitere Kragplatten, Stütz- und Ufermauern auf dem Programm.
Dafür ist wieder eine Sperre der B99 Anfang Oktober bis Ende November notwendig. Die Arbeiten an der Geh- und Radwegunterführung auf Höhe Seebach dauern voraussichtlich bis Ende November.
Abteilungsleiter Volker Bidmon
Das gesamte Projekt Lieserschlucht soll im Laufe des Jahres 2028 fertig sein.
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