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Blaue Pumpen und silberne Rohrleitungen in einer industriellen Wasseranlage mit Betonwänden und Fenstern

Beim Trinkwassergipfel in Wien stellte Josef Geisler Tirols Vorsorgekonzept vor. Es setzt auf vernetzte Versorgung und sparsamen Verbrauch.

Beim zweiten Trinkwassergipfel in Wien hat Tirols Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler das Trinkwasservorsorgekonzept des Landes präsentiert. Bundesminister Norbert Totschnig stellte bei der Veranstaltung den Anfang Juni angekündigten Entwurf für eine Wasserentnahmeregister-Verordnung vor.

Mit dem Konzept will Tirol die hohe Qualität der Trinkwasserversorgung langfristig erhalten und sie an Klimaveränderungen sowie den künftigen Bedarf anpassen. Im Mittelpunkt stehen ein sorgfältiger Umgang mit Wasser, der Schutz der Ressourcen, die Zusammenarbeit der Gemeinden und bessere wasserwirtschaftliche Datengrundlagen.

In Tirol sind mehr als 10.000 Quellen bekannt, rund 5.000 davon dienen derzeit der Trinkwasserversorgung. Etwa 90 Prozent des Trinkwassers kommen aus Quellen und werden im Untergrund natürlich gefiltert. An öffentliche Wasserversorgungsanlagen sind rund 96 Prozent der Bevölkerung angeschlossen. Schutzgebiete und die laufende Kontrolle der Anlagen sollen die gesetzlichen Anforderungen an die Wasserqualität sichern. Alpine Topographie und ausreichender Jahresniederschlag zählen zu den natürlichen Voraussetzungen Tirols.

In den Kalkalpen gibt es bereits Versorgungsprobleme, die durch Wassertransporte mit Pumpen gelöst werden. Öffentliche Wasserversorger sollen ihre Anlagen so absichern, dass auch der kurzfristige Ausfall einer Quelle nach längerer Trockenheit oder Naturereignissen überbrückt werden kann.

Als Vorsorge sind zusätzliche Quellen oder Brunnen vorgesehen. Benachbarte Gemeinden können sich über Verbindungsleitungen bei Engpässen gegenseitig versorgen. Solche Modelle bestehen etwa beim Wasserverband Prutz-Faggen-Ried im Oberen Gericht sowie beim Wasserverband Mittleres Zillertal im Unterland.

Der jährliche Verbrauch aus der öffentlichen Wasserversorgung nahm in vier Jahrzehnten von rund 57,5 Millionen auf rund 70 Millionen Kubikmeter zu, ein Plus von knapp 20 Prozent. Als Gründe nennt das Land die Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung sowie klimatische Veränderungen. Gleichzeitig sank der Pro-Kopf-Verbrauch einschließlich öffentlich mitversorgter Bereiche wie Gewerbe, Tourismus, Landwirtschaft und Industrie seit 1986 um 16 Prozent von rund 300 auf rund 250 Liter pro Hauptwohnsitz und Tag.

Für 2050 wird ein Gesamtbedarf von rund 76 Millionen Kubikmetern erwartet, knapp zehn Prozent mehr als heute. Trinkwasserversorgungsanlagen werden in Tirol für einen Zeitraum von etwa 50 Jahren geplant und berücksichtigen dabei Bevölkerungsentwicklung, Klimaveränderungen, künftigen Wasserbedarf und mögliche Erweiterungen.

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