Neues Umspannwerk Aich für Wörthersee und Rosental geplant
Die Kärnten Netz plant in Aich bei Schiefling ein neues Umspannwerk. Das Projekt soll die Stromversorgung im Raum Wörthersee und Rosental stärken und erneuerbare Energie besser einbinden.
Die Kärnten Netz plant nahe der Ortschaft Aich in der Gemeinde Schiefling am Wörthersee ein neues Umspannwerk. Damit soll die Stromversorgung im Raum Wörthersee und St. Jakob im Rosental für die kommenden Jahrzehnte gestärkt werden. Gleichzeitig sollen zusätzliche Kapazitäten für die Einspeisung erneuerbarer Energie entstehen.
Das Umspannwerk Aich ist Teil eines mehrjährigen Investitionsprogramms der Kärnten Netz. Bei der Standortwahl wurde darauf geachtet, die Auswirkungen auf Anrainerinnen und Anrainer sowie auf das Landschaftsbild möglichst gering zu halten. Die Anlage soll in ausreichendem Abstand zu bewohnten Objekten entstehen und wegen ihrer Lage kaum sichtbar sein.
Da sich das neue Umspannwerk direkt unter einer bestehenden 110-kV-Leitung befinden soll, sind keine zusätzlichen 110-kV-Leitungsanlagen notwendig.
32 Kilometer neue Kabelsysteme
Vom neuen Umspannwerk aus sollen insgesamt 32 Kilometer leistungsstarke 20-kV-Kabelsystemlängen zum Schaltwerk Velden Süd, zum Umspannwerk Rosegg, zur Schaltstation Mühlbach sowie zu Trafostationen in Schiefling am Wörthersee und Velden verlegt werden.
Teil des Projekts ist auch der Bau von drei modernen Kompakt-Trafostationen. Durch automatische Umschaltmöglichkeiten bei Störungen soll die Versorgungssicherheit in der Region verbessert werden. Nach der Inbetriebnahme der neuen 20-kV-Kabelverbindungen können 6,5 Kilometer bestehende 20-kV-Freileitungen in der Region abgebaut werden.
11,5 Millionen Euro Investition
Für das Umspannwerk Aich und die dazugehörigen Ausbauten in der 20-kV-Netzinfrastruktur investiert die Kärnten Netz rund 11,5 Millionen Euro. Davon entfallen 7,5 Millionen Euro auf das Umspannwerk und 4 Millionen Euro auf den Ausbau des Mittel- und Niederspannungsnetzes.
Derzeit laufen die Genehmigungsverfahren. Nach Vorliegen der Bewilligungen sollen die Bauarbeiten im Jahr 2027 beginnen und bis Ende 2028 dauern.
Kelag-Vorstand Reinhard Draxler verweist auf den steigenden Strombedarf durch Wärmepumpen und E-Mobilität sowie auf mehr Einspeisung aus Photovoltaik. Mit dem Umspannwerk Aich werde das Stromnetz im Raum Wörthersee und Rosental auf die Anforderungen der kommenden Jahrzehnte ausgerichtet.
EU-Förderung über „GreenSwitch“
Der Bau des Umspannwerks Aich und die Ausbauten im Mittelspannungsnetz werden über das EU-Förderprojekt „GreenSwitch“ mit rund 3,7 Millionen Euro gefördert. Unterstützt werden dabei unter anderem Automatisierungstechnik, sichere Versorgung und die bessere Einbindung erneuerbarer Energie in das Stromnetz.
Am Projekt „GreenSwitch“ beteiligen sich sieben Netzbetreiber aus Slowenien und Kroatien sowie die Kärnten Netz aus Österreich. Insgesamt fließen 146 Millionen Euro in Projekte der beteiligten Netzbetreiber, rund die Hälfte davon wird gefördert. Knapp 25 Millionen Euro an Förderungen entfallen auf Projekte der Kärnten Netz. Das Umspannwerk Aich zählt zu diesen Vorhaben.
Bedeutung für Schiefling, Velden und St. Jakob
Schieflings Bürgermeister Thomas Wuksch sieht im Umspannwerk Aich ein Zukunftsprojekt für die Region. Der Raum Wörthersee und das Rosental würden wachsen, damit steige auch der Bedarf an einer stabilen und modernen Strominfrastruktur. Das Projekt stärke die Netzqualität für Haushalte und Betriebe und schaffe zusätzliche Möglichkeiten für Photovoltaik, Wärmepumpen und Elektromobilität.
Auch Veldens Bürgermeisterin Margit Heissenberger unterstützt das Vorhaben. Obwohl das Umspannwerk in der Nachbargemeinde Schiefling geplant ist, sei es auch für Velden wichtig. Eine leistungsfähige Stromversorgung sei eine Voraussetzung für Lebensqualität, Wirtschaft, Mobilität und Energiewende.
St. Jakobs Bürgermeister Guntram Perdacher spricht von einer Investition in die Zukunft des Rosentals. Eine moderne Stromversorgung sei für Gemeinden, Betriebe und neue Ansiedlungen ein wesentlicher Standortfaktor.
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