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Zwei Männer und eine Frau stehen vor einer Präsentation zur EU-Zählung von Wohnungslosen in Innsbruck.

Erstmals liegen wissenschaftliche Daten zur Wohnungs- und Obdachlosigkeit in Innsbruck vor. Erfasst wurden 1.246 Erwachsene und 133 mitbetroffene Kinder.

Erstmals liegen für Innsbruck wissenschaftlich erhobene Daten zur Wohnungs- und Obdachlosigkeit vor. Bei einer Stichtagserhebung am 6. Oktober 2025 wurden 1.246 volljährige Betroffene sowie 133 mitbetroffene Kinder erfasst. Die Zählung entstand im Rahmen der europaweiten Initiative „EU Homelessness Counts 2025“.

An der Erhebung beteiligten sich 34 Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe sowie Streetwork-Teams. Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt vom Institut für Stadt- und Regionalforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Viele Betroffene leben verdeckt wohnungslos

Die Ergebnisse zeigen, dass Wohnungslosigkeit häufig nicht im öffentlichen Raum sichtbar ist. Mit 527 Personen lebte die größte Gruppe vorübergehend bei Freunden, Bekannten oder Familienangehörigen, weil keine eigene Wohnung zur Verfügung stand. Das entspricht 42,3 Prozent der erfassten Betroffenen.

Als häufigste Ursachen wurden Delogierungen oder der Verlust des Mietverhältnisses mit 31,6 Prozent genannt. Fast ebenso oft spielten finanzielle Gründe eine Rolle. Familiäre Konflikte sowie gesundheitliche Probleme oder Suchterkrankungen wurden ebenfalls häufig als Auslöser angegeben. Mehrfachnennungen waren möglich.

Arbeit schützt nicht immer vor Wohnungslosigkeit

Der City Count zeigt außerdem, dass Wohnungslosigkeit nicht ausschließlich Menschen ohne Einkommen betrifft. 314 Personen und damit 30,6 Prozent gaben an, ihren Lebensunterhalt durch eine Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung zu bestreiten. Von den Personen mit Angaben zur Haushaltsform lebten 899 beziehungsweise 86,7 Prozent allein.

462 der erfassten Betroffenen waren jünger als 30 Jahre. Das entspricht rund 37 Prozent.

Aus den Ergebnissen leitet die Stadt mehrere Handlungsfelder ab. Dazu zählen der Ausbau der Delogierungsprävention, eine stärkere Miet- und Schuldenberatung, mehr mobile Sozialarbeit, bessere Übergänge nach Haft, Krankenhaus, Therapie oder der Kinder- und Jugendhilfe sowie der weitere Ausbau des Housing-First-Modells.

Vizebürgermeister und Sozialreferent Georg Willi bezeichnete die Ergebnisse als wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung der Wohnungslosenhilfe und der Wohnpolitik. Ziel sei es, Unterstützungsangebote gezielt dort auszubauen, wo sie besonders benötigt werden.

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