Asiatische Hornisse in Tirol: Suche nach Nest läuft
Bild mit KI erstellt Fachleute haben das vermutete Nestgebiet der Asiatischen Hornisse in Kössen auf einen Radius von rund 100 Metern eingegrenzt.
In Kössen haben Fachleute den Bereich, in dem sie ein Nest der Asiatischen Hornisse vermuten, auf einen Radius von rund 100 Metern eingegrenzt. Die Suche nach dem Nest der invasiven Art wird fortgesetzt.
In der Gemeinde gelang erstmals ein Nachweis der Asiatischen Hornisse in Tirol. Ein Imker entdeckte das erste Tier, bisher wurden in Kössen fünf bis zehn Exemplare festgestellt.
Seit Dienstag suchen Imker und Beauftragte des Landes Tirol nach dem Nest. Bei der Ortung fangen sie einzelne Hornissen, kennzeichnen sie und werten Rückkehrzeit sowie Flugrichtung aus. Eine Drohne unterstützt die Suche.
Fortpflanzung im Herbst erhöht den Zeitdruck
Im September und Oktober beginnt das Volk, Männchen und Jungköniginnen hervorzubringen. Mehrere hundert Jungköniginnen können überwintern und im folgenden Frühjahr neue Völker gründen.
Die Art bedroht Honig- und Wildbienen sowie weitere heimische Insekten. Ein Volk kann im Spätsommer und Frühherbst bis zu 2.000 Tiere umfassen, täglich mehrere hundert Honigbienen erbeuten und pro Saison bis zu elf Kilogramm Insekten fressen. Die birnenförmigen Nester mit seitlichem Eingang erreichen bis zu 80 Zentimeter Durchmesser und liegen zunächst in Sträuchern oder kleinen Bäumen, später hoch in Baumkronen.
Land Tirol ersucht um Meldungen
Die ursprünglich aus Zentral- und Ostasien stammende Vespa velutina nigrithorax wurde in Österreich erstmals 2024 in Salzburg festgestellt. In Vorarlberg wurden 2026 die ersten Nester entdeckt. Erkennbar ist die Asiatische Hornisse unter anderem an schwarzen Beinen mit gelben Spitzen sowie an ihrem überwiegend schwarzen Körper mit einem breiten orangefarbenen Band am Hinterleib.
Sichtungen von Tieren oder Nestern sollen mit Foto, Fundort, Datum und Uhrzeit an das Amt der Tiroler Landesregierung, über das Velutina-Meldeportal oder an die zuständige Gemeinde gehen. Zum Amt der Tiroler Landesregierung gehört die Adresse umweltschutz@tirol.gv.at. Menschen sollen Abstand halten, Erschütterungen und hektische Bewegungen nahe eines Nests vermeiden, Nester nicht selbst entfernen und weder Hornissenfallen noch Wespensprays verwenden. Für Menschen gilt die Art im Normalfall nicht als gefährlich.
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