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Innenansicht einer CNC-Maschine mit zahlreichen Werkzeughaltern und Fräswerkzeugen im Vordergrund.Bild mit KI erstellt

Die DSN hat ein Firmennetzwerk um ein Wiener Unternehmen offengelegt, das laut Ermittlungen sanktionierte Güter an russische Rüstungsunternehmen lieferte.

Die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) hat ein internationales Firmennetzwerk offengelegt, das EU-Sanktionen gegen Russland umgangen haben soll. Im Zentrum der Ermittlungen steht ein Wiener Unternehmen.

Über dieses Unternehmen sollen CNC-Maschinen sowie Spezialwerkzeuge für die Metallverarbeitung nach Russland gelangt sein. Nach dem Ermittlungsstand dienten die Güter unter anderem der Produktion von Triebwerken für Marschflugkörper und Kampfflugzeuge sowie weiterer militärischer Ausrüstung.

Gefälschte Dokumente verschleierten Lieferwege

Firmen in der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Hongkong, Belarus, Kirgisistan, Südkorea, Polen und Litauen waren Teil der Lieferwege. Gefälschte Endverbleibserklärungen sollten europäischen Herstellern vorgaukeln, die Waren blieben in diesen Staaten. Tatsächlich waren sie für Unternehmen bestimmt, die dem russischen Staatskonzern ROSTEC zugeordnet werden.

Die Ermittlungen ergaben Beschaffungen für russische Militärnutzer seit 2019. Nach der Verschärfung der Sanktionen liefen die Lieferketten über Drittstaaten, besonders über Hongkong und die Türkei. Seit 2022 wurden Lieferungen an russische Rüstungsunternehmen im Wert von mehr als 3,3 Millionen Euro nachgewiesen. Der in Österreich erzielte Umsatz lag bei über 700.000 Euro.

Am 20. August 2025 wurden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien vier Objekte in Wien durchsucht. WEGA und Landesamt für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung Wien unterstützten die Aktion. Am 13. Mai 2026 ließ die Staatsanwaltschaft den 28-jährigen Geschäftsführer und Miteigentümer des Unternehmens festnehmen, weil Hinweise auf eine mögliche Fortsetzung der Aktivitäten vorlagen. Der belarussische Staatsbürger befindet sich in Untersuchungshaft. Gleichzeitig stellten die Ermittler sanktionierte CNC-Maschinen und Spezialwerkzeuge im Wert von rund 140.000 Euro sicher.

Der 28-Jährige wird am Mittwoch gemeinsam mit einer Verwandten vor Gericht stehen. Den beiden drohen wegen Sanktionsbruchs Haftstrafen von einem bis fünf Jahren. Staatssekretär Jörg Leichtfried kündigte ein weiteres Vorgehen gegen Akteure an, die gesetzliche Verbote zur Unterstützung des russischen Rüstungsapparats umgehen wollen. DSN-Direktorin Sylvia Mayer verwies auf die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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