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Studie dokumentiert Wandel der Fischbestände in alpinen KleinseenBild mit KI erstellt

Eine Studie in acht alpinen Kleinseen zeigt Rückgänge heimischer Fische und stabile, sich vermehrende Edelkrebspopulationen.

Eine Untersuchung der Österreichischen Bundesforste, des Bundesamts für Wasserwirtschaft und des Büros blattfisch e.U. erfasste die Fisch- und Krebsbestände in acht alpinen Kleinseen. Das Monitoring lief rund drei Jahre am Gleinkersee, Laudachsee, Offensee und Vorderen Langbathsee in Oberösterreich, am Hintersee und Prebersee in Salzburg, am Erlaufsee in der Steiermark und in Niederösterreich sowie am Afritzer See in Kärnten.

Für viele alpine Kleinseen mit einer Fläche von unter 50 Hektar gab es bislang keine vergleichbaren Daten. Das Projekt sollte diese Wissenslücke schließen, Erhebungsmethoden erproben und Grundlagen für die künftige Bewirtschaftung der Seen schaffen.

Fischarten verändern sich in mehreren Seen

Die Forschungsergebnisse zeigen starke Veränderungen der Fischartengemeinschaften in vielen alpinen Kleinseen. Ursprünglich vorkommende Arten wie Seesaibling, Seeforelle, Elritze und Koppe gehen in mehreren Gewässern zurück, während nicht im See heimische Arten wie Flussbarsch und Rotauge vielerorts zunehmen.

Am Afritzer See wurde ein starker Zuwachs von sieben nicht im See heimischen Fischarten festgestellt, darunter Aal, Sonnenbarsch und Zander. Die ursprüngliche Leitfischart Laube wurde dort nicht nachgewiesen. Im Vorderen Langbathsee zeigte sich dagegen ein außergewöhnlich starker Seesaiblingsbestand mit erfolgreicher natürlicher Vermehrung.

Als Ursachen für die Veränderungen nennt die Untersuchung frühere Besatzaktivitäten. Die Klimaerwärmung begünstigt zudem Raubfischarten wie Flussbarsch und Hecht, während je nach See auch zu wenige geeignete Laichplätze oder fehlende Wandermöglichkeiten über einmündende Bäche zum Rückgang bestimmter Arten beitragen können. An mehreren Seen besteht laut den Ergebnissen Handlungsbedarf zum Schutz heimischer Populationen und ihrer Lebensräume.

Edelkrebsbestände entwickeln sich an mehreren Seen positiv

An mehreren untersuchten Seen wurden stabile Edelkrebspopulationen festgestellt, die sich natürlich vermehren. Der natürliche Bestand im Prebersee zählt laut Untersuchung zu den besten Österreichs und darüber hinaus. Auch im Vorderen Langbathsee wurden stabile, sich natürlich reproduzierende Bestände nachgewiesen.

Im Gleinkersee, Offensee und Laudachsee erholten sich Edelkrebsbestände nach früheren Krebspestausbrüchen deutlich. Der Erlaufsee weist sehr gute Lebensraumbedingungen für den Edelkrebs auf und kommt für weitere Wiederansiedlungen infrage.

Die Fachleute kombinierten je nach Gewässer Netz- und Elektrobefischungen, wissenschaftliche Echolote, Fang-Markierung-Wiederfang-Methoden und eDNA-Analysen. Sämtliche Ergebnisse fließen in die Fischdatenbank Austria des Bundesamts für Wasserwirtschaft ein. Das Projekt wurde durch den Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds der Europäischen Union gefördert.

Die Ergebnisse sollen die nachhaltige Bewirtschaftung der Seen gemeinsam mit den Fischereipächtern weiterentwickeln. Geplant sind angepasste Fischereikonzepte, Schutzmaßnahmen für heimische Arten sowie Maßnahmen gegen die Einschleppung invasiver Arten und Krankheiten.

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