Arbeitsklima Index: Frauen seltener in Führungsrollen
Bild mit KI erstellt Die AK Oberösterreich sieht Frauen bei Einkommen und Aufstieg benachteiligt und fordert eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Neue Auswertungen des Arbeitsklima Index der Arbeiterkammer Oberösterreich zeigen eine weiterhin starke Trennung des österreichischen Arbeitsmarkts in Frauen- und Männerberufe. Frauen arbeiten häufiger im Handel, in der Verwaltung sowie im Gesundheits- und Sozialwesen, Männer sind am Bau, im Verkehrswesen und in technischen Berufen überdurchschnittlich vertreten.
Die Unterschiede beginnen laut Arbeiterkammer bereits bei der Ausbildung und wirken sich auf Karrierechancen, Einkommen sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie aus.
Frauen sind in mehreren Branchen deutlich häufiger vertreten
Im Gesundheits- und Sozialwesen sind drei Viertel der Beschäftigten Frauen. In der öffentlichen Verwaltung beträgt ihr Anteil 63 Prozent, im Unterrichtswesen 60 Prozent und im Handel 54 Prozent. Am Bau sind 87 Prozent der Beschäftigten Männer, auch Bergbau, Wasserversorgung, Abfallwirtschaft und Verkehr sind stark männlich geprägt.
Von rund 101.000 Lehrlingen in Ausbildungsbetrieben waren 2024 rund 33.000 weiblich. In der Sekretariats- und Büroarbeit sind 78 Prozent der Lehrlinge weiblich, im Groß- und Einzelhandel 62 Prozent. Bei Maschinenbau und Metallverarbeitung liegt der Frauenanteil bei zwölf Prozent, im Baugewerbe bei acht Prozent und bei Elektrizität und Energie bei sechs Prozent. Die Berufswahl führt laut Auswertung häufig später in eine entsprechend geschlechtsspezifisch geprägte Branche.
Eine leitende Funktion haben 19 Prozent der männlichen Beschäftigten, bei den Frauen sind es elf Prozent. Im Gesundheits- und Sozialwesen liegen die Anteile bei 16 Prozent für Männer und neun Prozent für Frauen. Mit ihrem Einkommen kommen 58 Prozent der Männer, aber 48 Prozent der Frauen gut aus. Neun Prozent der Frauen und fünf Prozent der Männer geben an, dass ihr Einkommen nicht zum Leben reicht. Im Handel kommen 38 Prozent der weiblichen Beschäftigten gut aus, 13 Prozent nicht. Im Tourismus reicht das Einkommen für zwölf Prozent der Frauen nicht aus.
Teilzeit und Betreuungspflichten belasten Frauen stärker
Bei einer Wochenarbeitszeit von weniger als 20 Stunden kommen 24 Prozent der Frauen mit ihrem Einkommen nicht aus, bei 35 Stunden oder mehr sind es fünf Prozent. Drei Viertel der Beschäftigten bewerten die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben als gut oder sehr gut. Leben Kinder im Haushalt, fühlen sich Beschäftigte dadurch jedoch deutlich häufiger belastet. Fast die Hälfte der Frauen mit Berufsunterbrechung nennt Elternkarenz oder Kinderbetreuung als Grund, bei Männern sind es vier Prozent. AK-Präsident Andreas Stangl verweist auf Folgen fehlender Kinderbetreuung für Einkommen, Karriere und Pensionen von Frauen.
Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert die bestmögliche Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie, ein Recht auf Stundenaufstockung für Teilzeitkräfte mit regelmäßiger Mehrarbeit, mehr Förderung für Frauen in technischen und männerdominierten Berufen sowie gleiches Einkommen für gleichwertige Arbeit. Sie verlangt außerdem einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbildungs- und -betreuungsplatz ab dem zweiten Lebensjahr, flächendeckende kostenlose, ganzjährige und ganztägige Kinderbetreuung sowie wirksamen Schutz vor Diskriminierung, Belästigung und Benachteiligung wegen Geschlechts, möglicher Schwangerschaft oder Elternschaft.
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