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Dialogforum will Slowenischbildung bis zum Schulabschluss stärken

In Kärnten bieten 40 elementare Bildungseinrichtungen Slowenisch an. Für ein Angebot an Mittelschulen wird ein Pilotprojekt entwickelt.

Das 23. Dialogforum fand erstmals unter der Leitung von Landeshauptmann Daniel Fellner in der Kärntner Landesregierung statt. Vertreten waren alle Landtagsparteien, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister mehrsprachiger Gemeinden sowie Angehörige der Volksgruppe. Auf der Tagesordnung standen unter anderem Sprachbildung, zweisprachige Beschilderung und die ORF-Reform. Die Einrichtung des Forums war 2011 in einem Memorandum zur Zusammenarbeit mit der slowenischsprachigen Volksgruppe festgelegt worden.

In Kärnten bieten 40 elementare Bildungseinrichtungen Slowenisch an, darunter Kindergärten, Tagesstätten, Horte und private Kinderbetreuungseinrichtungen. Ein Pilotprojekt für ein Slowenisch-Angebot an Mittelschulen wird entwickelt. Fellner will die Abstimmung zwischen den Gemeinden verbessern und die durchgängige Sprachbildung bis zum Schulabschluss stärken.

Zweisprachiger Unterricht findet an 53 Volksschulen statt

Laut Volksgruppenbericht 2026 gibt es zweisprachigen Unterricht an 53 Volksschulen und 16 Mittelschulen. Nahezu 50 Prozent der Volksschülerinnen und Volksschüler sind dafür angemeldet, die Tendenz ist steigend. Bei den Anmeldungen an Mittelschulen zeigt sich laut Fellner mit 9 Prozent ein Aufwärtstrend. Die Glasbena šola besuchen 379 Schülerinnen und Schüler aus 34 Kärntner Gemeinden.

Neben den gesetzlich vorgesehenen 164 zweisprachigen Ortsbezeichnungen wurden 19 weitere zweisprachige Beschilderungen umgesetzt, ohne dass dafür eine gesetzliche Verpflichtung bestand. Der Wunsch, auch Grenzübergänge zweisprachig zu beschildern, soll in einem weiteren Schritt geprüft werden.

Die Volksgruppenvertreter Augustine Gasser, Valentin Inzko und Bernard Sadovnik ersuchten das Dialogforum schriftlich um Unterstützung für die nachhaltige Absicherung und Weiterentwicklung der Volksgruppenprogramme im ORF. Sie befürchten, dass ORF-Reformen und Personaleinsparungen zu einer Reduktion der Minderheitenprogramme in Fernsehen und Radio führen könnten. Fellner sagte, die Koalition werde über mögliche Schritte beraten, darunter ein Schreiben oder eine Resolution an den Medienminister und die Volksgruppenministerin. Auch eine Stärkung des Landesstudios wolle er ansprechen.

Der Präsident des Landesgerichts, Manfred Herrenhofer, kündigte Maßnahmen zur Neuregelung der zweisprachigen Gerichtsbarkeit bis zum 1. Jänner 2027 an. Bei gleicher Qualifikation soll die Kenntnis der slowenischen Sprache bei der Personalaufnahme bevorzugt werden. Das Landesgericht sucht außerdem Dolmetscherinnen und Dolmetscher. Die Gerichtsstandorte in Klagenfurt und Völkermarkt sollen zweisprachig beschildert werden.

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