Fachärztemangel verzögert Basisausbildung in Kärnten
Bild mit KI erstellt Jungmediziner warten in Kärnten bis zu zwei Jahre auf die verpflichtende sechsmonatige Basisausbildung. Parteien fordern zusätzliche Plätze.
Hunderte Jungmediziner warten in Kärnten bis zu zwei Jahre auf die verpflichtende Basisausbildung, die sechs Monate dauert. Rudolf Likar beziffert die Zahl der Wartenden im Bundesland auf 400 bis 500. Die Lage reicht über Kärnten hinaus: Österreichweit sind 2.000 Jungmediziner damit konfrontiert.
Die Krankenhäuser verfügen nicht über genügend Fachärzte, die den Berufseinstieg junger Mediziner fachlich begleiten und ihnen die notwendigen Kenntnisse vermitteln können. Politiker und Fachleute sehen wegen der langen Wartezeiten die Möglichkeit, dass junge Mediziner Kärnten verlassen.
Parteien verlangen mehr Ausbildungsplätze
Die FPÖ setzt sich dafür ein, allen, die ein Medizinstudium abgeschlossen haben, binnen eines Monats einen Ausbildungsplatz für die sechs Monate umfassende Basisausbildung bereitzustellen. Ihr Gesundheitssprecher Christoph Staudacher verlangt außerdem eine Ausbildungsoffensive, zusätzliche Stellen und bessere Bedingungen, damit junge Ärzte ihre Ausbildung in Kärnten absolvieren und anschließend im Bundesland bleiben.
Olga Voglauer, Landessprecherin der Grünen Kärnten, hält einen Ausbau der Ausbildungsplätze für nötig und verbindet ihn mit ausreichenden Mitteln sowie einer hochwertigen Ausbildung. Sie verlangt zudem sichere, langfristige Verträge und höhere Gehälter. Sie führt dies auf die derzeit bessere Grundentlohnung in der Steiermark zurück.
Nach Ansicht von NEOS-Landessprecher Janos Juvan muss die Landesregierung handeln, weil ihr die KABEG gehört. Außerdem spricht er sich für eine langfristig angelegte Personalplanung, strukturelle Änderungen und ein größeres Angebot an Ausbildungsplätzen aus. Team-Kärnten-Chef Gerhard Köfer hält die Wartezeit von bis zu zwei Jahren für nicht akzeptabel und verlangt rasch verfügbare Plätze an Kärntens Spitälern. Fehlende Ausbildungsplätze würden den Ärztemangel weiter verschärfen, sagt Köfer, und gefährdeten aus seiner Sicht die medizinische Versorgungssicherheit. Er hält es für möglich, dass fertige Medizinstudenten ins Ausland gehen, um ihre Ausbildung abzuschließen, oder später gar nicht als Ärzte arbeiten. Köfer bezeichnet den Ärztemangel als österreichweites Problem, von dem Kärnten ebenfalls stark betroffen sei.
Rudolf Likar spricht sich für eine Anpassung der Stellenpläne in den Krankenhäusern aus. Der Kärntner Mediziner ist seit kurzem Mitglied des Obersten Sanitätsrats, des medizinischen Beratungsgremiums des Gesundheitsministeriums.
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