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Publikum verfolgt eine Präsentation mit Atomsymbol in einem großen Veranstaltungssaal.Bild mit KI erstellt

Zwei Fachleute hoben beim Symposium die Bedeutung des LNT-Modells für den vorsorgenden Strahlenschutz hervor.

Beim 17. Wiener Nuklearsymposium im Wiener Rathaus diskutierten international anerkannte Fachleute die gesundheitlichen Auswirkungen niedriger Dosen ionisierender Strahlung. Die Wiener Umweltanwaltschaft und die BOKU-Universität organisierten die Veranstaltung.

Das Linear-No-Threshold-Modell (LNT) geht davon aus, dass jede zusätzliche Strahlendosis mit einem zusätzlichen gesundheitlichen Risiko verbunden ist. Auch unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte wird demnach nicht von einer vollkommen risikofreien Dosis ausgegangen. Das Modell bildet eine wesentliche Grundlage des international etablierten Strahlenschutzsystems.

Die US-Regierung hat eine Neubewertung des LNT-Modells und des darauf beruhenden ALARA-Prinzips veranlasst. Die Stadt Wien sieht darin einen Teil einer breiteren Deregulierungspolitik. Nach ihren Angaben wurden wenige Tage vor dem Symposium auch die Begrenzungen für Treibhausgasemissionen aus Kohle- und Gaskraftwerken in den USA aufgehoben. Die Stadt wertet diese Politik als Abkehr von den Zielen des Pariser Klimaabkommens.

Jürgen Czernohorszky, Wiener Stadtrat und Vorsitzender des Städtenetzwerks Cities for a Nuclear Free Europe, erklärte, die Neubewertung müsse auf Evidenz beruhen und dürfe nicht von politischen oder wirtschaftlichen Interessen bestimmt sein. Wiens Umweltanwältin Iris Tichelmann nannte Medizin, Forschung, den Arbeitsplatz und natürliche Radonquellen als Bereiche, in denen Menschen niedrigen Dosen ionisierender Strahlung begegnen. Die Bewertung dieser Risiken betreffe die ganze Gesellschaft.

Nach Darstellung der Stadt sprachen die beim Symposium präsentierten Erkenntnisse gegen eine vorschnelle Abkehr vom LNT-Modell. Oleg Belyakov vom Biological Dosimetry Model Laboratory der Internationalen Atomenergie-Organisation und der Strahlenepidemiologe Professor David Richardson von der University of California in Irvine bekräftigten dessen Bedeutung für den vorsorgenden Strahlenschutz.

Die Stadt Wien und das unter Wiener Vorsitz stehende Städtenetzwerk Cities for a Nuclear Free Europe stellen sich gegen eine politisch motivierte Aufweichung des Strahlenschutzes. Wissenschaftliche Unsicherheiten sollen transparent dargestellt und durch weitere Forschung verringert werden. Czernohorszky sagte, Städte trügen Verantwortung für die Gesundheit ihrer Bewohnerinnen und Bewohner und das Netzwerk bringe sich in die europäische Debatte über Atomenergie und Strahlenschutz ein. Für Wien müsse der Schutz von Mensch und Umwelt im Mittelpunkt stehen.

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