Kopftuchverbot: Reichmann lud zum Dialog in Kärnten

Nach dem Austausch wollen die Beteiligten bei Fragen zur Umsetzung des Kopftuchverbots in Kärnten eng abgestimmt bleiben.
Das gesetzliche Kopftuchverbot für Schülerinnen bis zum 14. Geburtstag ist bereits in Kraft. Bildungslandesrat Peter Reichmann lud Vertreterinnen und Vertreter der katholischen, evangelischen und islamischen Glaubensgemeinschaften sowie Präsidialleiter und amtsführenden Bildungsdirektor Robert Derhaschnig zu einem persönlichen Austausch ein.
Im Mittelpunkt standen die praktische Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben und mögliche Fragen im Schulalltag. Reichmann erklärte, das Gesetz werde auch in Kärnten umgesetzt. Dies solle sachlich, respektvoll und mit Fingerspitzengefühl geschehen, ohne junge Mädchen bloßzustellen.
Beteiligte wollen bei Fragen zusammenarbeiten
Der Austausch sei offen, konstruktiv und von gegenseitigem Verständnis geprägt gewesen. Die Beteiligten signalisierten, bei auftretenden Fragen weiterhin eng abgestimmt zu bleiben und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Fachinspektor Esad Memic, Vorsitzender der islamischen Religionsgemeinschaft Kärnten, sagte, die betroffenen Mädchen müssten im Mittelpunkt stehen und dürften nicht unter Druck geraten. Es sei eine gemeinsame Aufgabe, den besten Rahmen für sie zu schaffen.
Bischof Josef Marketz erklärte, staatliche Eingriffe in religiöse Angelegenheiten lösten Emotionen aus, weshalb Dialoge wichtig seien. Pfarrerin i. R. Lydia Burchhardt, die Superintendentin Mattioli vertrat, bezeichnete Schule als Lernraum für Diversität, der auch ohne solche gesetzlichen Regelungen erhalten werden sollte.
Reichmann verwies auf das respektvolle Miteinander der Religionen in Kärnten, auf dem die Umsetzung der neuen Regelung aufbauen solle. Die Zahl der unmittelbar betroffenen Schülerinnen sei sehr gering.
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