Gedenkort in Mauer zeigt Namen von 2.848 NS-Medizinopfern

Der Gedenkort im Landesklinikum Mauer wurde am Freitagnachmittag eröffnet. 2.848 Metallplättchen tragen die Namen und Lebensdaten der Opfer.
Im Landesklinikum Mauer wurde am Freitagnachmittag ein Gedenkort für die Opfer der nationalsozialistischen Medizinverbrechen eröffnet. Die frühere Heil- und Pflegeanstalt Mauer-Öhling ist das heutige Landesklinikum Mauer. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner hielt bei der Eröffnung die Gedenkrede.
Die Künstlerin und Architekturhistorikerin Azra Aksamija konzipierte den Gedenkort. Nach heutigem Forschungsstand erinnert er an 2.848 Patientinnen und Patienten, die Opfer der NS-Medizinverbrechen wurden. An der Mauer tragen 2.848 Metallplättchen ihre Namen und Lebensdaten.
Der Gedenkort macht einen Friedhofsbereich zur Ruhestätte
Der Gedenkort kennzeichnet einen belasteten Friedhofsbereich aus der NS-Zeit, der 1944 wegen der NS-Medizinverbrechen und der Überbelegung des regulären Anstaltsfriedhofs errichtet wurde. Seine Gestaltung macht den Ort zu einer würdevollen Ruhestätte für die dort begrabenen Opfer aus Mauer-Öhling.
Im Zuge der NÖ Landesausstellung 2026 wurde im Haus 18 des Landesklinikums ein Lernort zur Geschichte der NS-Medizinverbrechen eingerichtet. Er vermittelt neueste Forschungsergebnisse zur Heil- und Pflegeanstalt während der NS-Zeit und ist bei freiem Eintritt zugänglich.
Der Ärztliche Direktor des Landesklinikums Mauer, Christian Korbel, sagte, Gedenk- und Lernort würden auch nach der Landesausstellung auf Dauer bestehen bleiben. Der Historiker Stephan Roth sprach für die Angehörigen, verwies auf den Beitrag der Landesausstellung zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der NS-Euthanasie und sagte, Angehörige hätten nun einen konkreten Ort zum Trauern. Der Medizinhistoriker Herwig Czech gab einen historischen Abriss über die Geschichte und wissenschaftliche Aufarbeitung der Euthanasie im Nationalsozialismus.
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