Mehr Nachrichten.jetzt bei Google sehen
LH Daniel Fellner und Martin Gressl bei der Kranzniederlegung

Memorial Kärnten – Koroška organisierte das jährliche Gedenken unter dem Motto „Kunst als Zeichen des Widerstands“.

Am Nationalfeiertag, Montag, 26. Oktober, fand am Friedhof Annabichl eine Feier zum Gedenken an die Opfer der NS-Herrschaft statt. Der Verein Memorial Kärnten – Koroška richtet das jährliche Gedenken aus. Für die heurige Veranstaltung gab „Kunst als Zeichen des Widerstands“ den inhaltlichen Rahmen vor. An der Niederlegung eines Kranzes beim Gedenkort „Opfer für ein freies Österreich“ beteiligte sich Landeshauptmann Daniel Fellner.

In der Zeremonienhalle hielt Fellner eine Rede über Künstliche Intelligenz. Damit ließen sich heute rasch Antworten finden, die jedoch stets überprüft werden müssten, ehe jemand daraus eine persönliche Einschätzung oder ein Urteil ableite. Fellner warnte vor dem Wunsch nach einer mächtigen Führungsperson, die alles richten und am Ende entschlossen handeln solle. Menschen sollten persönliche Verantwortung auch dann nicht preisgeben, wenn vieles schwer einzuordnen sei. Fellner verwies in diesem Zusammenhang auf den Österreichischen Demokratie Monitor. Dem Monitor zufolge träume eine von fünf Personen von einer Führungspersönlichkeit mit großem Durchsetzungsvermögen, die auf Parlament und Wahlen keine Rücksicht nehmen müsse. Zuversicht schöpfe Fellner aus Menschen, die Verantwortung übernähmen und durch ihr alltägliches Handeln bezeugten, dass Demokratie das Leben der Menschen lebenswerter gestalte. Er rief dazu auf, selbstständig zu urteilen, Verantwortung zu tragen und die Freiheit zu schützen, damit auch die Kinder bei den künftigen Entscheidungen für das Land mitreden könnten.

Im Namen von Bürgermeister Christian Scheider ergriff Stadtrat Franz Petritz das Wort und hob die Bedeutung von Kunst und Kultur für die Gesellschaft hervor. Eine gelebte Gedenk- und Erinnerungskultur sichere, dass die Gesellschaft weiterhin demokratisch und wertschätzend bleibe, sagte Petritz. Martin Kušej gestaltete den zentralen Redebeitrag. Er stammt aus Kärnten, führt Regie für Theater und Oper und war früher Direktor des Wiener Burgtheaters. Sein Beitrag trug den Titel „Mei Hamatle is mei Schatzale – Von einem Ort, an dem noch nie jemand war …“. Kušej setzte sich mit der Frage auseinander, welche Bedeutungen Menschen mit Heimat verbinden und wie der Begriff für politische Zwecke beansprucht wird. Er fragte, wem die Heimat gehöre, und gab selbst die Antwort: uns. Zugleich rief er dazu auf, sie jenen nicht zu überlassen, die sie für sich beanspruchen wollten, und sorgfältig mit ihr umzugehen.

Alexander Petritz, Vorsitzender von Memorial Kärnten – Koroška, betonte die Bedeutung des Einsatzes für Demokratie und Freiheit, eines verantwortungsvollen Umgangs mit der Geschichte und des Auftretens gegen faschistische und antisemitische Strömungen. Für den klanglichen Rahmen sorgte das Noreia String Quartet, während Mirjam Zwitter-Šlemic die Veranstaltung moderierte. Unter den Gästen waren Altlandeshauptmann Peter Kaiser, der Dritte Präsident des Kärntner Landtages Günter Leikam und Nationalratsabgeordnete Olga Voglauer.

Lass Deine Reaktion da

Kommentare

Die Reihenfolge berücksichtigt Likes, Dislikes, Antworten und Aktualität.

In der App mitdiskutieren

Öffne diesen Beitrag in der Nachrichten.jetzt-App und schreib Deine Meinung dazu.

Die App ist kostenlos für iPhone und Android verfügbar.

Beitrag in der App öffnen

Am Laptop zeigt Dir der Button einen QR-Code für den passenden App-Store.