Grenzkontrollen zu vier Nachbarstaaten gelten sechs Monate länger

Von Jänner bis September wurden 7.397 Asylanträge gestellt, knapp 45 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2025.
Die Grenzraumkontrollen zu Ungarn, Slowenien, Tschechien und der Slowakei wurden mit Ablauf des 15. September 2026 um weitere sechs Monate verlängert.
Das polizeiliche Grenzschutzkonzept wird laufend an die Entwicklung angepasst. Die Kontrollen finden nicht mehr nur an den unmittelbaren Grenzübergängen statt, sondern auch im Grenzraum und im Hinterland. Laut Innenministerium erschwert das illegale Grenzübertritte und kann Wartezeiten an den Übergängen verkürzen. Bei der Operation Fox kontrollieren Polizeieinheiten gemeinsam mit ungarischen Behörden auf ungarischem Staatsgebiet. Das Innenministerium führt die Maßnahmen auch auf den Rückgang des Migrationsdrucks zurück. Dem Ministerium zufolge wurden Schlepperrouten im Osten Österreichs zerschlagen und auf die Balkan-Küstenroute verlagert.
Asylanträge und Familiennachzug gingen zurück
Von Jänner bis September 2026 wurden 7.397 Asylanträge gestellt, knapp 45 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2025 mit 13.347 Anträgen. Im September gab es 308 Asylerstanträge, ein Rückgang um mehr als 58 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat mit 739. Erstanträge und Folgeanträge zusammen ergaben im September 885 Anträge, rund 39 Prozent weniger als im September 2025 mit 1.449. Die meisten Anträge entfielen im September auf syrische Staatsangehörige, 216 davon. Der Großteil dieser Anträge betraf in Österreich geborene Kinder.
Im Familiennachzug gab es von Jänner bis September 2026 insgesamt 60 Einreisen, ausschließlich in absoluten sozialen Härtefällen. Im gleichen Zeitraum 2025 waren es 1.030. Das Innenministerium beziffert den Rückgang mit mehr als 94 Prozent. Der Familiennachzug wurde per Verordnung mit Anfang Jänner 2026 für weitere sechs Monate ausgesetzt und soll danach einer Quote unterliegen. Die erste Quote werde sehr gering sein.
Bis Ende September mussten 11.975 Personen Österreich verlassen, die Hälfte davon zwangsweise. Rund 48 Prozent der Abgeschobenen waren in Österreich strafrechtlich verurteilt worden. Das Innenministerium bezeichnet die Abschiebezahlen als Rekord. Außerdem wurden bis Ende September 582 Dublin-Überstellungen durchgeführt. Dabei mussten 79 Afghanen, 58 Marokkaner und 57 Personen aus der Russischen Föderation Österreich verlassen. Bei Dublin-Überstellungen werden Personen in jenes europäische Land gebracht, in dem sie erstmals einen Asylantrag gestellt haben.
Asylverfahren endeten mit Ablehnungen und Schutzgewährungen
Bis Ende September wurden 21.421 Asylverfahren negativ entschieden oder eingestellt. 722 Personen verzichteten während des Verfahrens freiwillig auf Schutz und verließen Österreich. In 8.517 Fällen wurde Asyl oder subsidiärer Schutz gewährt. Für Länder mit geringer Bleibewahrscheinlichkeit setzt das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl weiter auf Schnell- und Eilverfahren. Bis Ende September ergingen 611 negative Entscheidungen innerhalb von 28 Tagen, in erster Instanz sogar binnen 72 Stunden.
In Europa einschließlich der Schweiz und Norwegen wurden von Jänner bis Ende September 2026 insgesamt 452.969 Asylanträge gestellt. Das waren 24 Prozent beziehungsweise 144.626 Anträge weniger als im Vergleichszeitraum 2025. Österreich lag laut Innenministerium gemessen an der Bevölkerung auf Platz 13 der europäischen Statistik und nach absoluten Antragszahlen in EU27+ auf Platz elf.
In Österreich befanden sich 40.514 Menschen in Grundversorgung, darunter rund 5.200 Asylwerber. 24.700 waren Kriegsvertriebene aus der Ukraine, die meisten davon Kinder und Frauen. Das Innenministerium bezeichnete den Stand als den niedrigsten seit knapp 30 Jahren. Zu Jahresbeginn 2023 waren noch knapp 93.000 Menschen in Grundversorgung. In den vergangenen beiden Jahren sank die Zahl der Bundesquartiere von mehr als 30 auf fünf.
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