Innsbruck eröffnet inklusiven SINNREICH-Erlebnisweg

Der 650 Meter lange Pfad in der Reichenau verbindet sechs Tafeln und taktile Leitsysteme mit digitalen Zusatzinformationen.
In der Innsbrucker Reichenau ist der inklusive SINNREICH-Erlebnisweg eröffnet worden. Der 650 Meter lange Lehrpfad führt derzeit von der Tiflisbrücke bis zum Wohnheim Reichenau und hat keinen fixen Start- oder Endpunkt.
Sechs Tafeln behandeln Natur, Wasser, den Stadtteil Reichenau und Barrierefreiheit. Der Lehrpfad spricht Sehen, Hören, Riechen und Fühlen an. Die Tafeln lassen sich mit einem Rollstuhl unterfahren, damit die Tastfelder erreichbar sind. Die Inhalte sind einfach, klar und gut lesbar, unter anderem in Brailleschrift. QR-Codes führen zu einer Website mit weiterführenden Informationen. Ein am Handy installierter Screenreader kann die Inhalte vorlesen.
Stadt und Verband überarbeiteten den früheren Lehrpfad
Die Stadt Innsbruck und der Blinden- und Sehbehindertenverband Tirol hatten bereits vor mehr als zehn Jahren gemeinsam einen Info-Wanderweg für Menschen mit Blindheit oder Sehbehinderung eröffnet. Wind, Wetter und Vandalismus setzten den Tafeln entlang der Promenade zwischen Rapoldipark und Baggersee zu. Im vergangenen Jahr arbeitete eine Projektgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der Stadt, des Verbands und des Behindertenbeirats an der Überarbeitung zum inklusiven Sinnes- und Erlebnisweg.
Taktile Leiteinrichtungen führen von Bushaltestellen beziehungsweise Ausgangspunkten zu den Tafeln. Bei der Planung wurde darauf geachtet, dass die Wege rutschfest, gut beleuchtet und angstfrei begehbar sind. Der Lehrpfad ist ohne feste Öffnungszeiten zugänglich. Das Amt für städtische Grünanlagen betreut die Promenade und soll künftig auch die Infotafeln pflegen und sauber halten.
Der erste Fokus lag auf Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 14 Jahren, ein weiterer auf älteren Personen. Ergänzende Führungen für Volksschulen und Institutionen sind vorgesehen. Gespräche dazu gab es unter anderem mit der Volksschule Reichenau und dem Wohn- und Pflegewohnheim.
In den kommenden zwei Jahren soll in weitere Thementafeln investiert werden. Die städtischen Ämter tauschen sich dazu über mögliche Partnerschaften aus. Eine Erweiterung nach Osten unter Einbindung des Gedenkorts Reichenau ist angedacht. Auch eine Weiterführung nach Süden in Richtung Stadtpark Rapoldi ist möglich.
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