Länder bekräftigen Qualitätsstandards der Jugendhilfe in Innsbruck

Die Bundesländer wollen gemeinsame Standards umsetzen und evaluieren. In Innsbruck berieten sie auch über Pflegeeltern und Personal.
Die Landesreferentinnen und -referenten für Kinder- und Jugendhilfe kamen am Freitag, 9. Oktober, im Landhaus in Innsbruck zusammen. Sie bekräftigten ihr gemeinsames Bekenntnis zu österreichweit einheitlichen Qualitätsstandards. Die Bundesländer verpflichteten sich, die vereinbarten Standards umzusetzen und ihre Anwendung zu evaluieren. Nach Angaben von Tirols Landesrätin Eva Pawlata wurden sämtliche Beschlüsse einstimmig gefasst.
Eine Arbeitsgruppe unter Tiroler Vorsitz, die 2025 ihre Arbeit aufgenommen hatte, befasste sich heuer mit der Vollen Erziehung, dem Pflegekinderwesen und bundesländerübergreifenden Erziehungshilfen. Die gemeinsamen Standards sollen verbindliche Mindestanforderungen schaffen, regionale Unterschiede bei zentralen Leistungen vermeiden und ein vergleichbares Schutzniveau sowie Unterstützungsangebot sichern.
Länder wollen Pflegeeltern sozial absichern
Bei der Konferenz sprachen sich die Referentinnen und Referenten für eine gemeinsame österreichweite Lösung zur sozialversicherungsrechtlichen Absicherung von Pflegeeltern aus. Diese soll insbesondere einen existenzsichernden Pensionsanspruch ermöglichen. In Tirol können Pflegeeltern seit Herbst 2024 angestellt und dadurch sozialversicherungsrechtlich abgesichert werden.
Die Länder sehen außerdem Handlungsbedarf bei der Krankenversicherung von Kindern in Voller Erziehung, die nicht bei Angehörigen mitversichert werden können, sowie von anonym geborenen Kindern bis zu einer möglichen Mitversicherung bei Pflegepersonen. Für diese Kinder fordern sie eine begünstigte Krankenversicherung, wie sie für andere unterstützungswürdige Gruppen vorgesehen ist.
Länder wollen mehr Fachkräfte gewinnen
Seit 2020 liegt die Kinder- und Jugendhilfe ausschließlich in der Zuständigkeit der Länder. Vorarlbergs Landesrätin Barbara Schöbi-Fink sagte, die Anforderungen seien gestiegen und die Länder sollten sich auf gemeinsame Standards verständigen und voneinander lernen. An der Zuständigkeit der Länder solle sich nichts ändern.
Gegen den Fachkräftemangel sprachen sich die Ländervertreterinnen und -vertreter für zusätzliche Studienplätze in Sozialpädagogik und Sozialer Arbeit sowie für kürzere Ausbildungswege in der Sozialpädagogik für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger aus verwandten psychosozialen Berufen aus. Auch ein mögliches Bundesberufsgesetz für die Soziale Arbeit war Thema. Sollte ein solches Gesetz ausgearbeitet werden, verlangen die Länder eine umfassende Einbindung.
Salzburgs Landesrat Wolfgang Fürweger sprach sich gegen eine neuerliche Zentralisierung durch den Bund aus. Zugleich sagte er, die Länder müssten das nötige Personal finden und schützen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden nach seinen Angaben immer öfter mit Klagen bedroht.
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