Nebelunfälle in Österreich fordern 17 Tote im Jahr 2025
KI-Bild Österreich zählte 2025 730 Nebelunfälle mit Personenschaden, so viele wie seit mindestens 20 Jahren nicht.
Im Jahr 2025 ereigneten sich in Österreich 730 Nebelunfälle mit Personenschaden. Seit mindestens 20 Jahren hatte es keine höhere Zahl gegeben. Auch die Todesbilanz erreichte einen Höchststand: 17 Menschen starben bei den Unfällen. Als Quelle für die Todeszahl ist Statistik Austria angeführt.
Herbst und Winter sind vor allem am Morgen wiederholt von ausgeprägten Nebelverhältnissen geprägt. Der Blick reicht dann deutlich weniger weit, zugleich wächst die Gefahr eines Unfalls beträchtlich. Ein nicht situationsgerechtes Tempo zusammen mit einem zu knappen Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zählt zu den wesentlichen Unfallursachen. Roland Frisch, Pkw-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik, empfiehlt, das Rücklicht nicht als Maß für den Abstand zum Fahrzeug vor einem heranzuziehen. Diese Orientierung könne ein trügerisches Gefühl von Sicherheit auslösen und auf Freilandstraßen sowie Autobahnen dazu verleiten, den Abstand zu knapp zu wählen.
Die Bundesländer verzeichnen unterschiedlich viele Nebelunfälle
Niederösterreich lag mit 219 Nebelunfällen mit Personenschaden mit Abstand an der Spitze. Der 2025er Stand lag über dem Zweifachen des Werts von 2024 und über dem Vierfachen der Zahl aus 2023. 135 Nebelunfälle entfielen auf die Steiermark, Oberösterreich kam auf 168. In der Steiermark war die Zahl ebenfalls mehr als doppelt so hoch wie im Jahr davor.
Für Wien weist die Bilanz 46 Fälle aus. Das entspricht dem Vierfachen des Werts von 2024. Salzburg verzeichnete 28, Vorarlberg 27 und Tirol 26 Nebelunfälle, jeweils weniger als 2024. Mit 23 Fällen hatte das Burgenland unter den Bundesländern den niedrigsten Wert. Die Zahl lag über dem Doppelten des Werts von 2024.
Die Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen kam bei Nebelunfällen mit Personenschaden auf rund 20 Prozent und lag damit an der Spitze. ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger hält fest: Junge Lenkerinnen und Lenker hätten wegen ihrer noch kurzen Zeit am Steuer oft nicht die nötige Routine, um auf schwierige Wetter- und Verkehrslagen angemessen zu reagieren. Zum empfohlenen Verhalten zähle, Geschwindigkeit und Sicherheitsabstand auf die Sichtweite abzustimmen. Die Anpassung solle so lange gelten, wie die jeweilige Lage sie nötig mache.
Frisch empfiehlt, Geschwindigkeit und Abstand den Sicht- und Fahrbahnverhältnissen anzupassen. Lenkerinnen und Lenker sollten nur so schnell fahren, dass sie innerhalb der überblickbaren Strecke anhalten können, und ausreichend Abstand halten. Bei Nebel ist das Abblendlicht einzuschalten. Tagfahrlicht allein reicht häufig nicht aus, weil dabei oft die Heckbeleuchtung ausgeschaltet bleibt. Nebelscheinwerfer und Nebelschlussleuchte sollen nur bei entsprechend eingeschränkter Sicht verwendet und bei besserer Sicht wieder ausgeschaltet werden. Fernlicht eignet sich nicht, weil es im Nebel reflektiert und die Sicht zusätzlich beeinträchtigen kann.
Der ÖAMTC rät außerdem, sich am rechten Fahrbahnrand zu orientieren, Markierungen aufmerksam zu verfolgen und auf Überholmanöver zu verzichten. Bei Baustellen, Kreuzungen und unübersichtlichen Straßenabschnitten sei besondere Vorsicht nötig. Ablenkungen durch Smartphone, Telefonate oder Gespräche im Auto sollten vermieden werden. Müdigkeit beeinträchtigt Aufmerksamkeit und Reaktionszeit. Auch Zeitdruck sowie zusätzlicher Druck oder Ablenkung durch Mitfahrende sollen vermieden werden.
In einem der acht ÖAMTC Fahrtechnik Zentren können Teilnehmende das Verhalten ihres Fahrzeugs in anspruchsvollen Situationen kennenlernen und das richtige Reagieren in Not- und Gefahrensituationen trainieren.
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