Neuer Forstkatalog dokumentiert Waldumbau auf 83 Flächen in Kärnten

Der Katalog des Landesforstdienstes zeigt Beispiele aus Tallagen bis in den subalpinen Bereich und soll Waldeigentümern praktische Orientierung geben.
Ein neu aufgelegter Beispielsflächenkatalog des Landesforstdienstes dokumentiert auf 83 ausgewählten Flächen in Kärnten unterschiedliche Wege des Waldumbaus. Die Beispiele reichen von Tallagen bis in den subalpinen Bereich und zeigen neben dem aktuellen Bestand auch die waldbauliche Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte. Waldeigentümerinnen und -eigentümer sollen dadurch praktische Orientierung für den eigenen Wald erhalten.
Der Katalog stellt verschiedene Ansätze vor: heimisches Laubholz wie Bergahorn, die Schwarznuss als alternative Baumart und die Douglasie als Nadelbaumart für trockene Standorte. Die Beispiele zeigen, dass es nicht die eine Baumart für den Wald der Zukunft gibt. Entscheidend sind standortgerechte Lösungen, langfristige Planung und konsequente Pflege.
Katalog beschreibt Pflege und wirtschaftliche Nutzung
Dargestellt werden Pflegemaßnahmen wie Formschnitt, Wertholzastung und Zielbaumfreistellung sowie anwendbare Bewirtschaftungskonzepte. Der Katalog zeigt auch, welche Erlöse mit hochwertigen Laubholzsortimenten bei Submissionen erzielt werden können.
Forstreferent Martin Gruber betont, ökologische Stabilität und wirtschaftlicher Nutzen müssten zusammengedacht werden. Die Beispiele zeigten Alternativen zur klassischen Fichtenbewirtschaftung, die beides verbinden könnten.
Mit rund 584.000 Hektar nimmt Wald etwa 62 Prozent der Landesfläche Kärntens ein. Für mehr als 20.000 Kärntner Waldbäuerinnen und -bauern ist er zugleich eine Einkommensquelle. Rund 257.000 Hektar Schutzwald schützen Menschen, Siedlungen, Straßen und Brücken vor Muren, Lawinen und Steinschlägen. Das entspricht circa 40 Prozent des Kärntner Waldbestands.
Klimastress trifft Schutzwald und Nadelholzbestände
Trockenheit, Hitze, Stürme und Schädlinge wie der Borkenkäfer setzen Kärntens Wälder unter Druck. In den Schutzwaldbeständen fielen in den vergangenen Jahren rund 6.000 Hektar Schadholz an. Das entspricht circa 8.600 Fußballfeldern oder der dreifachen Fläche des Wörthersees. Die wirtschaftlich genutzten Wälder bestehen derzeit zu rund 70 Prozent aus Nadelbäumen, davon wiederum zu 60 Prozent aus Fichten. Das Land unterstützt den Waldumbau mit Aufforstungsförderungen. Dafür wurden in den vergangenen Jahren zweistellige Millionenbeträge aus Förderprogrammen der EU, des Bundes und des Landes investiert, mit denen Tausende Jungbäume gepflanzt werden konnten, insbesondere in Schadensgebieten im Schutzwald. Auch Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, die Flächen für den Katalog zur Verfügung stellen, erhalten Unterstützung.
Der Katalog ist digital auf der Website des Landes und als gedrucktes Nachschlagewerk über die zuständige Fachabteilung oder die Bezirksforstinspektionen erhältlich. Informationsfolder liegen in den Bezirksforstinspektionen, den forstlichen Aufsichtsstationen und der Landesforstdirektion auf. Persönliche Beratung zu den Flächenbeispielen bieten die Bezirksförsterinnen und Bezirksförster an.
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