NÖ vernetzt Krebsversorgung an Klinikstandorten
Bild mit KI erstellt Das hämatoonkologische Tumorboard ist seit Anfang 2026 an allen NÖ Klinikstandorten mit onkologischer Behandlung angebunden. Weitere Fachbereiche sollen folgen.
Die NÖ Landesgesundheitsagentur (NÖ LGA) baut das Tumornetzwerk Niederösterreich im Sinne des Gesundheitsplans 2040+ aus. Die Zusammenarbeit der Klinikstandorte soll Krebspatientinnen und -patienten zugutekommen, unabhängig davon, an welchem niederösterreichischen Klinikum ihre Behandlung beginnt.
Jedes Jahr erhalten in Österreich rund 48.000 Menschen eine Krebsdiagnose, rund 9.700 davon in Niederösterreich. Im vergangenen Jahr behandelten die Kliniken der NÖ LGA mehr als 30.000 Patientinnen und Patienten mit einer onkologischen Diagnose. Medizinische Fortschritte ermöglichen gezieltere und oftmals erfolgreichere Behandlungen vieler Tumorerkrankungen.
Die Vernetzung soll weitere Krebsarten erreichen
Als erstes Teilprojekt wurde das hämatoonkologische Tumorboard eingerichtet. Seit Anfang 2026 ist es an allen Klinikstandorten angebunden, die onkologische Patientinnen und Patienten behandeln. Rund 1.000 Patientinnen und Patienten haben bereits von dem Expertennetzwerk profitiert. Bei den gemeinsamen Besprechungen geht es insbesondere um Erkrankungen des Blutes und des blutbildenden Systems.
Medizinische, Pflege- und Fachkräfte können dort komplexe Fälle gemeinsam beurteilen, Erfahrungen austauschen und individuelle Therapieentscheidungen auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse treffen. Die NÖ LGA baut die Vernetzung auch bei anderen Krebsarten aus, etwa bei Lungenkrebs sowie bei Tumoren des Gehirns und des Nervensystems.
Ein zentrales molekulares Tumorboard ist in Erarbeitung. Dabei werden die genetischen und molekularen Eigenschaften einer Krebserkrankung genauer untersucht. Die Fachleute können so beurteilen, ob eine gezielte Therapie infrage kommt oder welche weiteren Behandlungsmöglichkeiten bestehen, wenn eine bisherige Therapie nicht ausreichend wirkt. Ein gemeinsames, klinikübergreifendes Onkologisches Informationssystem steht allen Beteiligten zur Verfügung und ermöglicht die Zusammenarbeit.
Derzeit gibt es sieben zertifizierte onkologische Zentren: in Wiener Neustadt und St. Pölten im Bereich Brust, in Krems für Lungen- und Prostatakrebs sowie in Mistelbach, Horn, Baden-Mödling und Amstetten ebenfalls im Bereich Brust. Drei weitere Zertifizierungen sind geplant: in St. Pölten für gynäkologische Tumore, in Krems für Brust sowie in Horn für Darm und Bauchspeicheldrüse. Das Tumornetzwerk ist laut Landesrat Anton Kasser ein gemeinsames Qualitätsprojekt der Kliniken und soll die onkologische Versorgung langfristig auf höchstem Niveau sichern und weiterentwickeln.
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