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Eine Gruppe steht vor einem Hauseingang; davor liegen sieben Stolpersteine.

16 Angehörige kamen aus den USA, Israel und der Schweiz zur Verlegung nach Graz. Zwei erzählten persönliche Geschichten über ihre Vorfahren.

Seit dem 2. Oktober 2026 erinnern sieben Stolpersteine vor dem Haus Netzgasse 11 in Graz an die jüdische Familie Jagoda.

16 Angehörige reisten aus den USA, Israel und der Schweiz zur Verlegung nach Graz. Nach einem geführten Rundgang durch die Stadt besuchte die Gruppe das Rathaus. Bürgermeisterin Elke Kahr begrüßte die Anwesenden mit den Worten: „Es ist wichtig, den Menschen, die von den Faschisten verfolgt wurden, mit den Stolpersteinen einen Namen zu geben.“ Sie öffnete der Gruppe auch das Tor zum Gemeinderatssitzungssaal und sagte, Graz habe ein offenes Herz für alle Menschen und gebe ihnen ein gutes Zuhause, unabhängig davon, woher sie kommen.

Die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses ermöglichten den Nachfahren einen Blick ins Innere und nahmen an der Gedenkfeier teil. Ebenfalls dabei waren Kulturstadträtin Claudia Unger und Tristan Ammerer, Obmann des Vereins für Gedenkkultur in Graz, der die Stolpersteinverlegungen organisiert. Heribert Macher-Kroisenbrunner vom Museum Joanneum führte die Teilnehmenden durch die Geschichte der Familie. Zwei Angehörige erzählten persönliche Geschichten über ihre Vorfahren, die in der Familie weitergegeben werden.

Leo Jagoda wurde 1938 verhaftet und nach Dachau deportiert

Leo und Thekla Jagoda heirateten 1908 in Plock im heutigen Polen und bauten mit ihrer Schneiderwerkstätte in der Netzgasse 11 eine erfolgreiche Existenz in Graz auf. Dort wuchsen ihre fünf Kinder Wilhelm, Emilie, Adolf, Erich und Otto auf.

Nach dem Anschluss Österreichs 1938 wurde Leo verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Das Familienunternehmen musste aufgegeben werden. Nach Leos Freilassung gelang der Familie im September 1938 die Flucht in die Schweiz. Die Kinder fanden später in Großbritannien, Palästina und den USA Zuflucht.

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