Tirol rät bei Schlaganfallzeichen zum sofortigen Notruf 144

Zum Weltschlaganfalltag am 29. Oktober rät Tirol bei plötzlichen Schlaganfallzeichen, sofort 144 zu wählen.
Am 29. Oktober, dem Weltschlaganfalltag, betont das Land Tirol, wie wichtig es ist, einen Schlaganfall früh zu erkennen und rasch zu reagieren. Die jährliche Zahl der Schlaganfälle in Tirol liegt bei rund 1.500. Ein Schlaganfall kann unerwartet auftreten, dabei zählt jede Minute.
Zu den möglichen Warnzeichen zählen ein hängender Mundwinkel sowie Lähmungen oder Taubheitsgefühle, die plötzlich eine Körperseite betreffen können. Schwierigkeiten beim Sprechen oder beim Verstehen von Sprache gehören ebenfalls dazu. Sehstörungen mit abruptem Beginn, Schwindel samt Gangunsicherheit oder ungewöhnlich heftige Kopfschmerzen mit plötzlichem Beginn können sich ebenfalls als Schlaganfall bemerkbar machen. Besteht der Verdacht auf einen Schlaganfall, ist unverzüglich der Notruf 144 abzusetzen. Gesundheitsdirektorin Theresa Geley empfiehlt, nicht erst eine mögliche Besserung der Beschwerden abzuwarten und den Weg ins Krankenhaus nicht selbst am Steuer anzutreten. Auch bei raschem Abklingen der Symptome muss unverzüglich eine medizinische Abklärung stattfinden. Der Zeitpunkt des Beschwerdebeginns oder jener, zu dem die betroffene Person zuletzt symptomfrei war, soll festgehalten werden. Die betroffene Person soll nicht allein bleiben. Die Vorgaben der Leitstelle sind einzuhalten. Arzneimittel darf niemand auf eigene Faust verabreichen.
Die Versorgung ist zwischen der Leitstelle Tirol, den Rettungsdiensten, Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen abgestimmt. Ein Drittel der Patientinnen und Patienten ist innerhalb von drei Stunden nach Auftreten des Schlaganfalls im Krankenhaus. Die drei spezialisierten Stroke Units in Innsbruck, Kufstein und Lienz sind zentrale Anlaufstellen für die Akutversorgung. Rund zwei Drittel der Patientinnen und Patienten werden dort behandelt. Krankenhäuser ohne eigene Stroke Unit sind über den Schlaganfallpfad Tirol an spezialisierte Häuser angebunden. Das Land bezeichnet Tirols Versorgungskette als eine der engsten in Österreich.
Für die Nachsorge gibt es Akutnachbehandlungen am LKH Hochzirl sowie in den Bezirkskrankenhäusern Kufstein und Lienz und das Rehabilitationszentrum Münster. Der ambulante Teil des Schlaganfallpfads arbeitet mit Hausärztinnen und Hausärzten, mobilen Diensten und niedergelassenen Therapeutinnen und Therapeuten zusammen. Land Tirol und Sozialversicherung riefen den integrierten Behandlungspfad 2008 ins Leben. Er reicht von der Alarmierung der Rettung über die Akutbehandlung bis zur Rehabilitation und ambulanten Nachsorge. Nach einer ersten INTEGRI-Auszeichnung 2016 erhielt der Schlaganfallpfad 2026 den neu geschaffenen „INTEGRI Evolution“-Preis. Das integrierte Versorgungsprogramm des Tiroler Gesundheitsfonds wurde damit als erstes Projekt österreichweit mit diesem Preis ausgezeichnet. Tirol setzt außerdem auf Aufklärung und Prävention gegen Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen.
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