Zumtobel fordert in München Entscheidung zum Brenner-Nordzulauf

Zumtobel forderte eine Entscheidung zum Brenner-Nordzulauf. In den ersten drei Quartalen fuhren rund 1,89 Millionen Transit-Lkw über den Brenner.
Tirols Mobilitäts- und Verkehrslandesrat René Zumtobel nahm am 8. Oktober an der jährlichen EUSALP Mobility Conference in München teil. Die Konferenz fand unter der Präsidentschaft Bayerns statt, nachdem die Ausgabe des Vorjahres in Innsbruck abgehalten worden war. Erstmals wurde sie gemeinsam mit der DACH-Tagung der verkehrswissenschaftlichen Gesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz veranstaltet.
Die Arbeitsgruppe Mobilität tauscht sich bei diesem Format mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft über Verkehrsprojekte und neue Studien aus. Zumtobel sprach bei der Konferenz mit seinem bayerischen Amtskollegen Christian Bernreiter. Themen waren die Zusammenarbeit Tirols mit Bayern und jene des Verkehrsverbunds Tirol mit dem Münchner Verkehrsverbund im Personennahverkehr. Zur Sprache kamen auch Verzögerungen beim Brenner-Nordzulauf auf deutscher Seite, Streckensperren der Deutschen Bahn und das bevorstehende Urteil des Europäischen Gerichtshofes zu den Tiroler Verkehrsmaßnahmen.
Zumtobel fordert mehr Kapazität auf der Schiene
Bei der politischen Podiumsdiskussion sagte Zumtobel, die Regionen im Alpenraum stünden vor ähnlichen Herausforderungen. Der Ausbau der Schieneninfrastruktur sei auch außerhalb Tirols wichtig. Mehr Nah- und Fernverkehr sowie die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene seien nur mit zusätzlichen Kapazitäten möglich. Während sich der Brenner-Basistunnel seiner Fertigstellung nähert und die Zulaufstrecken in Tirol und Norditalien vorankommen, werde das Projekt Brenner-Nordzulauf in Deutschland Jahr für Jahr zurückgestellt. Zumtobel forderte deshalb eine politische Entscheidung in Deutschland und bot an, die Erfahrungen mit dem Bau der Unterinntaltrasse zu teilen. Eine neue Strecke könne Anrainerinnen und Anrainer an der bestehenden Trasse vom Fern- und Güterverkehr entlasten. Frei werdende Trassen könnten zugleich für mehr Nahverkehr genutzt werden.
Im grenzüberschreitenden Personennahverkehr sind bereits Projekte in Umsetzung. Gemeinsam beschaffte Zuggarnituren sollen künftig den Umstieg am Brenner für Fahrgäste zwischen Tirol und Südtirol überflüssig machen. Ab 2027 verkehrt ein grenzüberschreitender Expressbus von Jenbach über den Achensee zum Tegernsee. Auf der Strecke Innsbruck–Garmisch–München gibt es einen Stundentakt mit abgestimmtem Umstieg ins Außerfern.
Verkehr am Brenner nimmt trotz Luegbrücken-Bauarbeiten zu
Zumtobel zufolge steigt der Verkehr am Brenner trotz der Bauarbeiten an der Luegbrücke weiter. Die aktuellen Zahlen deuteten auf einen neuen Höchstwert bei den Lkw sowie weitere Zunahmen bei Klein-Lkw und Pkw hin. In der Vorwoche hatte Zumtobel an der LandesverkehrsreferentInnenkonferenz in Bregenz teilgenommen, in derselben Woche war er auch beim Mobility Forum in Salzburg zu Gast.
In den ersten drei Quartalen fuhren rund 1,89 Millionen Transit-Lkw über den Brenner, mehr als 75.000 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. An der Mautstelle Schönberg wurden im Vergleichszeitraum 8,89 Millionen Pkw gezählt, ein Plus von 2,2 Prozent. Zumtobel sagte, Tirol wolle Verkehr vermeiden, Transporte auf die Schiene verlagern und die Belastung für die Bevölkerung verringern.
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