JusHAK Innsbruck spricht mit Anton Mattle über Politik und Wandel

Die Fragen der Klasse kreisten um den Umgang mit dem Wählerwillen, Tiroler Traditionen und die Herausforderung des gesellschaftlichen Wandels.
Bei der November-Ausgabe von „Frag den LH“ traf die 2D der JusHAK Innsbruck im Landhaus auf Landeshauptmann Anton Mattle. Manal Alhasan und Florian Rainer stellten stellvertretend für ihre Klasse die Fragen. Sie handelten vom Umgang mit dem Wählerwillen, der Zukunft Tiroler Traditionen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Das gesamte Gespräch ist auf dem YouTube-Kanal des Landes abrufbar.
Die Schüler:innen fragten, wie Mattle entscheidet, wenn das aus seiner Sicht Richtige dem Willen der Wähler:innen widerspricht. „Wenn man sich in Tirol politisch engagiert, dann muss man auch die Menschen in Tirol verstehen“, stellte er klar. Politische Arbeit solle nicht allein am Schreibtisch oder über soziale Medien stattfinden, sondern mitten in der Gesellschaft. So bekomme man ein Gespür für unterschiedliche Meinungen und Entwicklungen. „Es braucht definitiv viel Mut, um Entscheidungen auch zu treffen, aber ich habe immer Expertinnen und Experten an meiner Seite“, erklärte Mattle.
Mattle hält Tradition für eine Grundlage der Zukunft
Auf die Frage, wie Tradition und Fortschritt zusammenpassen, sagte Mattle: „Tradition schließt das Moderne nicht aus“, betont der Landeshauptmann. Aus seiner Zeit als Bürgermeister erinnerte Mattle an den Gemeindetag 1999. Dort trat er in Galtürer Tracht auf und hatte ein Notebook dabei. Das Gerät war für viele Amtskollegen damals noch unbekannt und eine „riesige Kiste“. Er wollte damit zeigen, dass Tradition und Offenheit für Neues zusammenpassen.
Mattle sieht in Traditionen viele Werte gebündelt, die ein starkes Fundament bilden. „Tradition ist ein großer Vorteil, wenn man einen ganz klaren Blick in die Zukunft hat“, ist Mattle überzeugt. Auf dieser Grundlage könne Tirol mutig und selbstbewusst nach vorne schauen. Besuche in Betrieben, Schulen oder an der Universität zeigten für ihn immer wieder, dass das Land bunt und innovationsfreudig bleibe.
Mattle hält Kompromisse für nötig, um Probleme gemeinsam zu lösen
Zum Abschluss wollten die Schüler:innen wissen, welches politische Problem Mattle am meisten unterschätzt sieht. Er verwies auf den rasanten gesellschaftlichen Wandel und die Schwierigkeit, mit dessen Tempo Schritt zu halten. „Große Probleme in der Gesellschaft können wir nur gemeinsam lösen“, ist Mattle überzeugt. Dafür brauche es die Bereitschaft, Kompromisse zu finden. „Nur wenn wir große Teile der Bevölkerung mitnehmen können, dann sind wir auch in der Lage, die großen anstehenden Sorgen, Unzufriedenheiten und Unsicherheiten zu lösen beziehungsweise Antworten darauf zu finden“, sagt der Landeshauptmann.
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