Kärnten macht Frauen- und Mädchenberatung sichtbar

Kärnten hat eine Kampagne für Frauen- und Mädchenberatung gestartet. Die kostenlose, anonyme Hotline ist rund um die Uhr erreichbar.
Kurz gefasst
KI-Zusammenfassung
- Am 2. November stellte das Land Kärnten eine Kampagne zu Beratungsangeboten vor.
- Frauenberatungsstellen leisten rund 35.000 Beratungsstunden pro Jahr.
- Die Kärntner Hotline bietet Frauen und Mädchen kostenlos und anonym Hilfe unter 0660/224 24 01.
Am 2. November präsentierte das Land Kärnten unter dem Leitsatz „Weil du nicht alles alleine tragen musst“ eine Kampagne, die auf die Angebote der Frauen- und Mädchenberatungsstellen aufmerksam machen soll. Frauen und Mädchen können sich in sämtlichen Kärntner Bezirken beraten lassen, ohne dafür zu zahlen und unter Wahrung ihrer Anonymität und Vertraulichkeit.
Der Auftakt lag zeitlich vor dem Equal Pay Day am 3. November und den „16 Tagen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“, die am 25. November beginnen. Frauen- und Gleichstellungsreferentin Marika Lagger-Pöllinger erklärte bei einer Pressekonferenz, die Basisförderung sichere das Beratungsangebot in allen Bezirken. Die Kampagne soll Frauen und Mädchen zur Suche nach Unterstützung ermutigen. Das gilt auch für jene, die noch unsicher sind, ob die Beratungsangebote zu ihrer Situation passen.
Frauen verdienen in Kärnten weniger und erhalten geringere Pensionen
Laut Lohnsteuerstatistik lag das durchschnittliche Einkommen von Frauen mit ganzjähriger Vollzeitarbeit in Kärnten im Jahr 2024 um 16,2 Prozent unter jenem der Männer. Der jährliche Einkommensabstand belief sich vor Steuern auf 10.685 Euro. Die regionalen Werte spannten sich von 10,9 Prozent in Klagenfurt-Stadt bis 24,7 Prozent in Spittal an der Drau.
Bei Pensionen lag der Durchschnitt für Frauen bei 1.552 Euro brutto, für Männer bei 2.537 Euro. Der Gender Pension Gap betrug 38,8 Prozent. Das Land Kärnten führt die Teilzeitquote von 47 Prozent bei Frauen als einen Faktor für die Unterschiede an. Als Gründe für Teilzeit nennt es Aufgaben der Betreuung und Pflege sowie Pflichten im familiären Alltag. Das Land spricht sich für mehr Aufmerksamkeit für die ungleiche Behandlung aus. Außerdem sollten die Grundgehälter in Branchen mit hohem Frauenanteil steigen, überkommene Rollenbilder hinterfragt und die Berufsorientierung geschlechtersensibel gestaltet werden.
Gewaltschutzzentrum Kärnten beriet 1.345 Personen
Jede dritte Frau in Österreich hat bereits Gewalt mit sexuellem oder körperlichem Charakter erfahren. Im sozialen Nahbereich kommt es am häufigsten zu Gewalt. Der Jahresbericht des Gewaltschutzzentrums Kärnten verzeichnet für das Vorjahr 1.345 beratene Personen. Von den erfassten Fällen entfielen 772 auf Partnerschaften. Frauen stellten 90,1 Prozent der Opfer. Für das Vorjahr weist der Bericht außerdem 851 verhängte polizeiliche Betretungs- und Annäherungsverbote aus.
Bei den Frauenberatungsstellen summiert sich der Aufwand für Beratung auf rund 35.000 Stunden im Jahr. Der jüngste Monatswert lag bei 1.628 Klientinnen. Die Kärntner Beratungshotline ermöglicht Frauen darüber hinaus rasche Unterstützung am Telefon. Sie ist für Frauen und Mädchen kostenlos und anonym rund um die Uhr unter 0660/224 24 01 erreichbar.
Angelika Rauberger von der Frauenberatung Belladonna ermutigt Frauen, früh Unterstützung zu suchen. Eine Eskalation müssten sie nicht abwarten: Auch bei einer offenen Frage oder dem Wunsch, Gedanken auszusprechen, seien sie willkommen. Eine Übersicht der Frauen- und Mädchenberatung in allen Bezirken steht unter https://frauen.ktn.gv.at/service/frauenberatung.
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