Festnahme soll Schlaganfall ausgelöst haben: Vier vor Gericht
In Wien stehen vier Personen nach einer Festnahme im Mai 2024 vor Gericht. Laut Anklage führte ein Hals-Nacken-Trauma zu einem Schlaganfall.
Vier Personen stehen seit Mittwoch nach einer Festnahme im Mai 2024 vor Gericht. Der damals 54-jährige Mann aus der Ukraine erlitt laut Anklage dabei ein Hals-Nacken-Trauma. Dieses soll in weiterer Folge einen Schlaganfall verursacht haben.
Nach der Festnahme kam der Mann in das Polizeianhaltezentrum an der Rossauer Lände. Dort wurde er laut Anklage über Stunden in einer Zelle angehalten, obwohl er im weiteren Verlauf deutliche Schlaganfall-Symptome zeigte.
Am Abend wurde er einem Polizeijuristen vorgeführt. Weil er nicht mehr selbst gehen konnte, saß er im Rollstuhl. Die Anklage beschreibt seine Symptome zu diesem Zeitpunkt als erkennbar.
Vorwürfe gegen die vier Beschuldigten
Dem Polizeijuristen wird Missbrauch der Amtsgewalt sowie Quälen und Vernachlässigen eines Gefangenen vorgeworfen. Er soll gegen 21.00 Uhr eine Vernehmung geführt haben, obwohl der Mann aus Sicht der Anklage nicht vernehmungsfähig war und sein rechtliches Gehör nicht wahren konnte.
Der Leiter der Aufnahmestelle im PAZ und der Arrestanten-Posten müssen sich wegen Quälens und Vernachlässigens eines Gefangenen verantworten. Ein weiterer Vorwurf richtet sich gegen den Polizisten, der den Mann am Schwarzenbergplatz verletzt haben soll: Ihm wird fahrlässige Körperverletzung angelastet. Laut Anklage führte sein Vorgehen zu einer schweren Gesundheitsschädigung.
Im PAZ soll der Mann Lähmungserscheinungen gehabt und seine Beschwerden den Beamten vermittelt haben. Bei der Vernehmung entstand bei der beigezogenen Schriftführerin der Eindruck, der Mann sei auf Pflege angewiesen. Auch fehlende Ansprechbarkeit ist Teil der geschilderten Vorwürfe.
Für alle vier Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
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