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New Yorker Skyline mit One World Trade Center hinter dichter Rauchschicht über dem Wasser

Rauch von mehr als 800 Waldbränden in Kanada belastet die Luft in Teilen der USA erheblich. Zahlreiche Veranstaltungen wurden abgesagt.

Rauch von mehr als 800 Waldbränden in Kanada hat sich über die Großen Seen bis in den Mittleren Westen und den Nordosten der USA ausgebreitet. In mehreren Bundesstaaten gelten Luftqualitätswarnungen, weil die Belastung teils als gesundheitsschädlich oder gefährlich eingestuft wird. Die Mehrheit der Brände ist außer Kontrolle. Zusätzlich brennen Feuer im Norden Minnesotas.

Über Detroit, Toronto, New York und Teilen Neuenglands liegt dichter Rauch. Ein Hochdruckgebiet hält die belastete Luft nahe dem Boden. In Teilen Detroits sank die Sichtweite auf etwa eine halbe Meile. Der Luftqualitätsdienst IQAir führte Detroit zeitweise als Stadt mit der weltweit schlechtesten Luftqualität, vor Minneapolis, Chicago und Toronto.

Warnungen und Absagen

Für ganz Michigan und weite Teile Minnesotas wurden Warnungen vor gefährlicher Luft ausgegeben. Auch in Chicago, Grand Rapids, Pittsburgh und Toledo galten Warnstufen. In der Region Chicago reichte die Einstufung von sehr ungesund bis gefährlich. Solche Werte können die Gesundheit auch von Menschen ohne Vorerkrankungen beeinträchtigen.

Zahlreiche Angebote im Freien wurden abgesagt, darunter Termine von Sommercamps. An beliebten Seen blieben Strände geschlossen, und ein Konzert von The Black Keys in Chicago soll verlegt werden. In New York waren viele Menschen mit Masken unterwegs. Rauch nahm dort unter anderem die Sicht auf das Empire State Building und die Freiheitsstatue.

New York aktivierte seine Luftqualitäts-Notfallmaßnahmen und weitete die Vorkehrungen für Hitze aus. In der Stadt wurden Hunderte Kühlzentren sowie KN95-Masken bereitgestellt. Gouverneurin Kathy Hochul bezeichnete die Lage als ernste Gesundheitsgefahr. Im Westen des Bundesstaates wurde die Luft als sehr ungesund bewertet, im Großraum New York City als ungesund. Behörden raten dazu, möglichst in geschlossenen Räumen zu bleiben oder im Freien Masken zu tragen.

Evakuierung in Ontario und weitere Rauchbelastung

Im Norden Ontarios mussten Angehörige lokaler First-Nations-Gemeinden wegen eines Brandes ihre Wohnorte verlassen. Eine Gemeindevorsteherin erklärte, ihr Ort sei bis auf die Asche niedergebrannt. Ein großer Brandkomplex im Nordwesten Ontarios belastet auch Thunder Bay und Toronto. Rauch in höheren Luftschichten zieht über die Großen Seen bis nach New York. Gewitter in Ontario könnten Regen bringen, der die Feuer aber voraussichtlich kaum eindämmt.

Nordwestwinde dürften den Rauch bis zum Wochenende weiter in nördliche US-Bundesstaaten tragen. Damit entstehen auch Sorgen mit Blick auf das für Sonntag in New Jersey geplante WM-Finale. Selbst wenn der Wind die Luft zeitweise aufklart, kann Rauch zurückkehren, solange die Feuer brennen. Eine für Montag erwartete Winddrehung könnte die Belastung in den südlicheren Teilen der USA verringern und Rauch stärker in Richtung Québec lenken.

Vier republikanische Abgeordnete aus Michigan forderten Kanadas Premierminister Mark Carney zum dritten Jahr in Folge zu einem besseren Management der Waldbrände auf. US-Botschafter Pete Hoekstra würdigte dagegen die Brandbekämpfung beider Länder. Die Geografin Laura Chasmer verweist darauf, dass Waldbrände zum natürlichen Kreislauf des kanadischen Borealwaldes gehören, seit 2015 aber häufiger geworden seien.

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