Trump stellt Kanada wegen Waldbrandrauchs zusätzliche Zölle in Aussicht
Trump stellt Kanada wegen Waldbrandrauchs zusätzliche Zölle in Aussicht. Rauchschwaden führen in Teilen der USA zu Warnungen und Absagen.
US-Präsident Donald Trump hat Kanada wegen des Rauchs von Waldbränden mit zusätzlichen Zöllen gedroht. Er macht die kanadische Regierung für die Belastung in weiten Teilen des Nordens der USA verantwortlich und wirft ihr vor, Wälder und Buschland nicht ausreichend zu pflegen. Trump erklärte zudem, er wolle Premierminister Mark Carney zu einer Stellungnahme auffordern.
In Kanada waren 888 Waldbrände aktiv, die meisten davon ausser Kontrolle. Mehr als 190 Feuer brannten in Ontario, teilweise ebenfalls ausser Kontrolle. Nach Angaben des Canadian Wildland Fire Information System hatten die Brände bereits nahezu drei Millionen Hektar Land zerstört. Die Zahl der Ausbrüche war in den Wochen davor stark gestiegen.
Der Rauch zog unter anderem über Minnesota, Michigan, Pennsylvania, Ohio und New York. In zahlreichen Gebieten wurden Warnungen vor gefährlicher Luftqualität ausgegeben, und Veranstaltungen im Freien fielen aus. IQAir stufte Detroit zeitweise als Grossstadt mit der weltweit schlechtesten Luftqualität ein. Dahinter folgten Chicago, Washington und New York auf Rang sieben.
Ontario-Premier Doug Ford forderte von den USA Unterstützung bei der Brandbekämpfung statt Kritik. Carney hatte zuvor betont, beide Länder trügen Verantwortung im Kampf gegen den Klimawandel. Kanadas für Katastrophenschutz zuständiger Minister erklärte nach Trumps Äusserungen, die Staaten stünden fortlaufend in Kontakt und verfügten über gegenseitige Vereinbarungen zur Hilfe bei Waldbränden aus dem Jahr 1982 sowie vom G7-Gipfel 2025.
Die Abgeordnete Eleanor Olszewski verwies auf kanadische Investitionen von rund zwölf Milliarden Dollar in nachhaltige Forstwirtschaft und vorbeugenden Brandschutz. Vier republikanische Kongressabgeordnete hatten Carney zuvor in einem offenen Brief zu einem besseren Umgang mit den Waldbränden aufgefordert. Andere Republikaner griffen die Debatte erneut für Trumps Idee auf, Kanada zum 51. Bundesstaat zu machen. Im Internet wurde zudem eine Verzögerung bei der Eröffnung der von Kanada finanzierten Gordie-Howe-International-Bridge zwischen Ontario und Michigan ins Spiel gebracht.
Die Handelsbeziehungen beider Staaten sind seit Trumps früheren Zöllen angespannt, ein Handelsabkommen steht weiterhin aus. Viele Kanadierinnen und Kanadier hatten Reisen in die USA aus Protest eingeschränkt. Rauch aus grossen Waldbränden in den USA hatte in den vergangenen Jahren umgekehrt auch Kanada erreicht.
Der Geograf Patrick James von der University of Toronto verwies darauf, dass Rauch in der Atmosphäre dem Wind folgt und Staatsgrenzen keine Rolle spielen. Fachleute erklären, dass sich Feuer in Kanadas weitläufigen, abgelegenen Wäldern oft erst spät entdecken oder eindämmen lassen. Besseres Waldmanagement kann das Risiko vor allem nahe von Siedlungen verringern, kann Brände in einem Ökosystem dieser Grössenordnung aber nicht verhindern.
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