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Mehrere große weiße Rollen aus Fasern in grauen Behältern vor einer Produktionsmaschine in einer Fabrikhalle

Bis Ende 2026 soll die Faserproduktion in Heiligenkreuz auslaufen. Lenzing sucht einen Käufer, für rund 300 Beschäftigte gilt ein Sozialplan.

Lenzing will die Faserproduktion in Heiligenkreuz bis Ende 2026 schrittweise einstellen und sich vom Standort zurückziehen. Der Konzern prüft für das Werk einen Verkauf oder andere Lösungen zum Erhalt von Werten. Kommt keine tragfähige Lösung zustande, ist eine geordnete Stilllegung vorgesehen.

Für die rund 300 Beschäftigten in Heiligenkreuz besteht ein Sozialplan. Betriebsrat und Belegschaft wurden von der Entscheidung nach Angaben des Betriebsrats überrascht.

Mit der Strategie „Grow Nonwovens, Reset Textiles“ richtet Lenzing sein Geschäft neu aus. Der Anteil der Textilfasern soll von 45 auf rund 30 Prozent sinken, während Vliesstoffe und Zellstoff jeweils auf 30 Prozent kommen sollen. Das Unternehmen begründet den Schritt unter anderem mit Konkurrenz aus Asien, Überkapazitäten sowie geringerer Zahlungsbereitschaft für nachhaltige Premiumprodukte.

Auch das Werk im britischen Grimsby soll seine Faserproduktion Ende 2027 beenden. Weltweit rechnet Lenzing bis Ende 2027 mit rund 2.000 weniger Stellen. Ende 2025 beschäftigte der Konzern etwa 8.100 Personen, umgerechnet 7.700 Vollzeitäquivalente.

Für 2026 erwartet Lenzing wegen der Standortkonsolidierung Wertminderungen von bis zu 150 Millionen Euro. Rückstellungen für Personalmaßnahmen von bis zu 40 Millionen Euro sollen das EBITDA belasten. Das Sparprogramm zielt bis Ende 2027 auf 120 Millionen Euro jährlich, darunter 45 Millionen Euro aus dem Abbau von rund 600 überwiegend administrativen Stellen. In der ersten Jahreshälfte 2026 waren davon 267 Stellen umgesetzt, was jährliche Einsparungen von 25 Millionen Euro brachte.

Zur Finanzierung der Neuausrichtung plant Lenzing eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrechten von bis zu 300 Millionen Euro und zusätzliche Finanzierungsvereinbarungen von bis zu 300 Millionen Euro. Über die Kapitalerhöhung soll eine außerordentliche Hauptversammlung um den 25. August 2026 entscheiden. Bestehende Verbindlichkeiten wurden bis 2030 verlängert.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil erklärte, das Burgenland wolle gemeinsam mit dem Unternehmen nach Investoren suchen und eine Fortführung des Werks ermöglichen. Sollte eine Schließung drohen, schloss er auch ein Engagement des Landes bis hin zu einer Übernahme nicht aus. Die Marktgemeinde Heiligenkreuz beziffert einen möglichen jährlichen Ausfall bei der Kommunalsteuer auf 400.000 bis 500.000 Euro.

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