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Kiesiges und trockenes Ufer der Donau bei Niedrigwasser mit Treibholz und Schiff im Hintergrund

Die Mattig ist im Innviertel auf fünf Kilometern ausgetrocknet. Niedrigwasser gefährdet Fische, die prognostizierte Hitze verschärft die Lage.

An der Donau und weiteren Gewässern in Ober- und Niederösterreich bedroht außergewöhnlich niedriges Wasser die Fischbestände. Im Innviertel führt die rund 40 Kilometer lange Mattig zum Inn, doch auf fünf Kilometern ihres Laufs liegt ihr Bett vollständig trocken.

Besonders Jungfische sterben. Nach Angaben von Oberösterreichs Umweltlandesrat Stefan Kaineder sind auch Kleinstlebewesen am Gewässergrund betroffen, die Fischen als Nahrung dienen. Bei fast allen großen oberösterreichischen Zuflüssen der Donau liegt der Abfluss bereits unter dem langjährigen Niedrigwasserwert.

Pegel bei Kienstock fiel auf 109 Zentimeter

Am Pegel Kienstock im Bezirk Krems wurden 109 Zentimeter gemessen. Damit fiel der bisherige Tiefstwert von 111 Zentimetern aus dem Jahr 2018. Üblicherweise liegt der Wert dort bei rund 300 Zentimetern. Fischereiaufseher Hermann Miedler erwartet in den nächsten Tagen einen Stand unter 100 Zentimetern. Bei Aggstein reicht die Messlatte inzwischen nicht mehr bis ins Donauwasser.

In Niederösterreich weisen derzeit alle Gewässer niedrige Wasserstände auf. An der Donau sowie an 20 bis 30 Prozent der Messstellen kleinerer Gewässer bewegen sich die Pegel im Bereich historischer Tiefstwerte. Der mittlere jährliche Niedrigwasserabfluss wird an 80 Prozent der Messstellen unterschritten. Bei der angekündigten Hitze und fehlendem Regen könnten die Tiefstwerte weiter fallen.

Wärmeres Wasser senkt den Sauerstoffgehalt

Steigende Wassertemperaturen verringern den Sauerstoff im Wasser. Schon während der Hitzewelle vor etwa einem Monat verendeten wegen hoher Temperaturen und geringer Wasserführung vereinzelt Fische. Niedrigwasser lässt zudem Laichplätze am Rand trockenfallen. In zuflusslosen Tümpeln kann sich das Wasser auf 28 bis 30 Grad erwärmen, wodurch vor allem Jungtiere in Ufernähe sterben. Bachforelle, Äsche und Saibling geraten bereits bei etwa 20 Grad unter Druck. Bleibt das Wasser länger als 25 Grad warm, überlebt der Großteil dieser Arten nicht.

Erreichen Messstellen in Niederösterreich kritische Temperaturen, werden Fischereiverbände automatisch informiert. Sie können Tiere abfischen und umsiedeln oder bei Kraftwerken und Stauanlagen zusätzliches Wasser zuführen. Fischer bringen auch größere Fische aus Tümpeln in geeignetere Bereiche, für viele Jungfische besteht diese Möglichkeit jedoch nicht.

Der Schiffsverkehr auf der Donau ist wegen des niedrigen Wasserstands bereits deutlich eingeschränkt. Wellenschlag kann Fische ans Ufer spülen, wo sie verenden. Nebenarme bei Rossatz, Aggsbach, Schallemmersdorf und Grimsing sollen Schutz bieten, in Grimsing läuft ein Renaturierungsprojekt. Ufergehölze und Sträucher spenden Schatten, freie Wanderwege ermöglichen Fischen das Ausweichen in kühlere Bereiche. Auch der Austausch mit Grundwasser hält Bäche kühler. Das Land Oberösterreich gestaltet Fließgewässer mit solchen Maßnahmen naturnäher.

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