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Hoher Stapel von Akten und Dokumenten auf einem Schreibtisch neben einem Laptop
Stapel von Akten und Dokumenten symbolisiert Firmeninsolvenzen in Österreich.

Im Halbjahr 2026 wurden in Österreich 2.005 Firmeninsolvenzen eröffnet. Dazu kamen 1.654 Abweisungen mangels Masse, deutlich mehr als im Vorjahr.

Die eröffneten Firmeninsolvenzen sind in Österreich im ersten Halbjahr 2026 auf 2.005 Verfahren gesunken. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 ist das ein Rückgang um 7,69 Prozent.

Gleichzeitig wurden 1.654 Insolvenzanträge gegen Unternehmen mangels Masse abgewiesen, um 15,42 Prozent mehr als im Vorjahr. In diesen Fällen reichten die Aktivwerte nicht einmal für ein kostendeckendes Vermögen von 4.000 Euro aus.

Aus eröffneten Verfahren und Abweisungen zusammen ergeben sich 3.659 Firmeninsolvenzen. Dieser Gesamtwert liegt um 1,50 Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Passiva und Sanierungen

Die Passiva der eröffneten Firmeninsolvenzen gingen von 7,68 Milliarden Euro auf rund 4,65 Milliarden Euro zurück. Das entspricht einem Minus von 39,46 Prozent. Der niedrigere Wert hängt auch damit zusammen, dass im Bereich Immobilienentwicklung weniger und kleinere Unternehmen insolvent wurden.

Bei Sanierungen fiel der Anteil jener Verfahren, die nach einem Sanierungsplan aufgehoben wurden, von 25,98 auf 20,95 Prozent. Die Zahl der betroffenen Dienstnehmer blieb weitgehend konstant.

Der AKV verweist zudem auf die EU-Richtlinie (EU) 2026/799, die auch Insolvenzantragspflichten behandelt. In der Statistik wurden 57,11 Prozent der eröffneten Firmeninsolvenzen über Gläubigeranträge eröffnet.

Regionale Unterschiede

Im Bundesländervergleich sank die Zahl eröffneter Firmeninsolvenzen in Tirol mit 29,32 Prozent am stärksten. Wien verzeichnete ein Minus von 14,27 Prozent, Salzburg eines von 10,43 Prozent.

Gegen den österreichweiten Trend stiegen die eröffneten Firmeninsolvenzen in Vorarlberg um 51,11 Prozent und in der Steiermark um 12,79 Prozent. Im Monatsdurchschnitt wurden im ersten Halbjahr 334 Firmeninsolvenzen eröffnet.

Auch bei Privatinsolvenzen meldet der AKV einen Zuwachs. Die eröffneten Verfahren stiegen um 4,80 Prozent auf 4.718. Die Passiva erreichten im ersten Halbjahr 830 Millionen Euro, die durchschnittliche Verschuldung lag bei 176.000 Euro.

Im Privatkonkurssektor wirkten frühere Immobilieninsolvenzen weiter nach. Im ersten Halbjahr wurden mehrere Verfahren über ehemalige Gesellschafter und Geschäftsführer solcher Unternehmen eröffnet, mit rund 100 Millionen Euro an schlagend gewordenen Verbindlichkeiten.

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