Taxifahrer-Attacke in Leoben: Zwei IBÖ-Mitglieder verdächtig
Nach einer Attacke auf einen Taxifahrer in Leoben laufen Ermittlungen nach dem Verbotsgesetz. Zu den Verdächtigen sollen zwei führende IBÖ-Mitglieder zählen.
Der Fall um die Attacke auf einen Taxifahrer in Leoben liegt bei der Staatsanwaltschaft Leoben. Die Erhebungen betreffen nationalsozialistische Wiederbetätigung nach dem Verbotsgesetz sowie versuchte schwere Körperverletzung. Im Kreis der Verdächtigen sollen zwei führende Mitglieder der rechtsextremen Identitären Bewegung Österreich sein.
Einer der beiden soll ein früherer parlamentarischer Mitarbeiter eines FPÖ-Abgeordneten sein. Die FPÖ teilte dazu mit, der Mann sei kein aktueller parlamentarischer Mitarbeiter.
Der Vorfall ereignete sich am 20. Juni im Umfeld eines Treffens der Burschenschaft Leder. Der Fahrer lehnte die Fahrt mit drei Burschenschaftern ab, nachdem sie in seinem Taxi Nazi-Parolen gerufen haben sollen.
Der Taxifahrer wählte den Notruf. Als die Männer wegzulaufen versuchten, wollte er ihre Identifizierung durch die Polizei ermöglichen. Danach soll einer der Männer ihn gewürgt und zu Boden gebracht haben. Am Boden soll der Fahrer mehrmals getreten worden sein.
Eine Zeugin ordnet auch den früheren FPÖ-Mitarbeiter dem Angriff zu. Er habe zunächst nicht im Taxi gesessen. Später soll er auf der Seite eines IBÖ-Kameraden und eines deutschen Rechtsextremen an der Gewalt gegen den Fahrer mitgewirkt haben.
Nicht alle Verdächtigen sind bisher namentlich bekannt. Mit weiteren Ergebnissen wird bei der Behörde spätestens Ende Juli gerechnet. Gegen den früheren FPÖ-Mitarbeiter laufen außerdem Ermittlungen des LSE Wien. Dabei geht es um ein ausländerfeindliches Instagram-Posting von Anfang Juni, das er verbreitet haben soll.
Die Montanuniversität Leoben hatte sich bereits vor der Veranstaltung von der Burschenschaft Leder, dem Festkommers und dem AfD-Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich distanziert. Das zweitägige Fest fand im Kongresszentrum der Stadt statt. Die Burschenschaft Leder ist von künftigen Veranstaltungen der Montanuniversität Leoben ausgeschlossen.
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