Tirol zählt 170 Firmeninsolvenzen im ersten Halbjahr
In Tirol wurden von Jänner bis Juni 170 Firmen insolvent, 30 Prozent weniger als im Vorjahr. Für 94 Betriebe begann ein Insolvenzverfahren.
Von Jänner bis Ende Juni 2026 gerieten in Tirol 170 Unternehmen in die Insolvenz. Im Durchschnitt entspricht das einem Betrieb pro Tag.
Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 sank die Zahl um 30 Prozent. Johanna Schumacher vom Alpenländischen Kreditorenverband verweist darauf, dass das Vergleichshalbjahr 2025 außergewöhnlich viele Insolvenzen aufgewiesen habe. Die aktuelle Zahl liege wieder auf dem hohen Niveau des Jahres 2024.
Insolvenzverfahren für 94 Betriebe
Für 94 der 170 insolventen Unternehmen wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet. Das waren 55 Prozent der Fälle.
Bei einem Teil der Betriebe reichte das vorhandene Vermögen nicht aus, um die Kosten eines Verfahrens zu finanzieren.
In ganz Österreich ging die Zahl der eröffneten Firmeninsolvenzen im ersten Halbjahr um 7,69 Prozent auf 2.005 Verfahren zurück. Der Vergleich bezieht sich jedoch auf das bisherige Rekordpleitenjahr 2025.
Monatlich wurden 2026 österreichweit durchschnittlich 334 Firmeninsolvenzen eröffnet. 2025 belief sich die monatliche Verfahrenszahl auf 349 und 2024 auf durchschnittlich 346. Nur im März lag der Wert 2026 nicht deutlich unter den jeweiligen Monatsdurchschnitten der beiden Vorjahre.
Tirol verzeichnete den mit 29,32 Prozent höchsten Rückgang bei eröffneten Firmeninsolvenzen. Es folgten Wien mit 14,27 Prozent und Salzburg mit 10,43 Prozent. In Vorarlberg stieg die Zahl hingegen um 51,11 Prozent, in der Steiermark um 12,79 Prozent.
Die Abweisungsbeschlüsse mangels Masse nahmen österreichweit um 15,42 Prozent zu. Bei 1.654 Insolvenzanträgen verfügten die betroffenen Unternehmen nicht einmal über Aktivwerte von 4.000 Euro, die für ein formelles Verfahren nötig gewesen wären.
Der AKV erwartet bis Ende 2026 rund 4.000 eröffnete Firmeninsolvenzen. Einschließlich der Abweisungen mangels Masse rechnet der Verband mit mehr als 7.300 Gesamtinsolvenzen, womit der Vorjahreswert überschritten würde.
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