Treibstoffpreise im Juli gestiegen
Diesel und Eurosuper waren im Juli teurer als im Juni. Der VCÖ fordert Maßnahmen zur Senkung des Spritverbrauchs und der Erdölabhängigkeit.
Die Preise für Diesel und Eurosuper lagen im Juli über dem Niveau des Vormonats. Laut einer Analyse des Verkehrsclubs Österreich auf Basis von Daten der E-Control kostete ein Liter Diesel im Median 1,899 Euro. Für Eurosuper waren 1,794 Euro zu bezahlen.
Damit war Diesel im Juli um 12,2 Cent teurer als im Juni. Trotz des Anstiegs blieb der Preis unter den Werten der Monate Mai, April und März. Eurosuper verteuerte sich gegenüber Juni um 10,1 Cent.
Als Grund für den neuerlichen Anstieg beim Diesel nennt der VCÖ die Eskalation des Irankriegs. Gleichzeitig kritisiert die Mobilitätsorganisation, dass konkrete Maßnahmen zur Senkung des Treibstoffverbrauchs und der Erdölabhängigkeit im Verkehr fehlen.
Geringerer Verbrauch senkt Spritkosten
Nach der jüngsten Erhebung von Statistik Austria verbrauchten die Dieselautos österreichischer Haushalte im Zeitraum 2023 und 2024 durchschnittlich 6,4 Liter pro 100 Kilometer. Bei Benzinfahrzeugen waren es 6,7 Liter.
Auf Basis der aktuellen Preise ergeben sich laut VCÖ durchschnittliche Spritkosten von 13,2 Cent pro Kilometer bei Dieselautos und 12,6 Cent bei Benzinfahrzeugen. Würde der Verbrauch auf fünf Liter pro 100 Kilometer sinken, reduzierten sich die Kosten auf 10,3 Cent beziehungsweise 9,4 Cent pro Kilometer.
Pro 100 Kilometer wären damit bei Dieselautos 2,90 Euro und bei Benzinfahrzeugen 3,20 Euro weniger zu bezahlen. VCÖ-Experte Michael Schwendinger bezeichnet eine Verringerung des Verbrauchs deshalb als wirksamer als eine reine Senkung der Spritpreise.
VCÖ fordert Maßnahmenpaket
Der VCÖ verlangt stärkere Anreize für den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel. Dazu zählen Öffi-Jobtickets für Pendlerinnen und Pendler sowie Förderungen für Fahrgemeinschaften. Auch Firmenautos sollen stärker berücksichtigt werden, da rund zwei Drittel der neu zugelassenen Pkw auf Unternehmen angemeldet werden.
Weitere Forderungen betreffen den Ausbau der Radinfrastruktur, mehr Verkehrsberuhigung in Städten und Gemeinden sowie niedrigere Tempolimits. Tempo 120 statt 130 auf Autobahnen und Tempo 80 statt 100 auf Freilandstraßen könnten laut Umweltbundesamt den jährlichen Treibstoffverbrauch um 120 Millionen Liter senken. Bei den derzeitigen Preisen entspräche das einer Ersparnis von rund 230 Millionen Euro pro Jahr.
Tempo 100 auf Autobahnen und Tempo 80 auf Freilandstraßen würden den Verbrauch laut VCÖ um jährlich 270 Millionen Liter reduzieren. Dadurch könnten die Spritkosten um rund 520 Millionen Euro sinken.
Österreich bei Elektromobilität hinter Spitzenländern
Der VCÖ fordert außerdem einen schnelleren Ausbau der Elektromobilität. Im ersten Halbjahr waren in Österreich 24 Prozent der neu zugelassenen Pkw Elektroautos. In Dänemark lag der Anteil bei rund 80 Prozent, in Norwegen bei fast 98 Prozent.
Bei Klein-Lkw betrug der Elektroanteil in Österreich rund 13 Prozent, bei Bussen 18 Prozent. In den Niederlanden waren rund 84 Prozent der neuen Klein-Lkw und fast 70 Prozent der neu zugelassenen Busse elektrisch.
Autofahrerinnen und Autofahrer können ihren Verbrauch laut VCÖ auch selbst senken. Empfohlen werden ein niedrigeres Tempo, vorausschauendes und niedertouriges Fahren sowie ein rascher Wechsel in den nächsthöheren Gang. Wer auf der Autobahn 110 statt 130 Kilometer pro Stunde fährt, verbraucht im Durchschnitt 17 Prozent weniger. Bei 100 statt 130 Kilometern pro Stunde beträgt die Reduktion 23 Prozent.
Deine Meinung zu diesem Artikel?
Beitrag melden
Wähle einen Grund aus und beschreibe, was nicht passt oder neu dazugekommen ist.
Foto oder Video senden
Sende der Redaktion ergänzende Bilder oder ein Video zum Beitrag. Videos werden in der Redaktion geprüft und nicht automatisch veröffentlicht.




Kommentare
Die Reihenfolge berücksichtigt Likes, Dislikes, Antworten und Aktualität.
Zum Kommentieren bitte die Nachrichten.jetzt App verwenden.
Die App ist kostenlos für iPhone und Android verfügbar.
Am Laptop zeigt Dir der Button einen QR-Code für den passenden App-Store.