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Czypionka erwartet Verschlechterung im GesundheitssystemBild mit KI erstellt

Thomas Czypionka kritisiert die Reformpartnerschaft und erwartet bei knapperen Ressourcen wachsenden Druck auf die Versorgungsqualität.

Ohne notwendige Reformen werde sich das österreichische Gesundheitssystem verschlechtern, erwartet Thomas Czypionka. Er arbeitet am Institut für Höhere Studien (IHS) als Experte für Gesundheitsökonomie und Gesundheitspolitik.

Czypionka rechnet mit einer Debatte über die Versorgungsqualität, wenn Ressourcen knapper werden und die Nachfrage weiter steigt. Nach seiner Einschätzung werden dabei auch die Folgen von Qualitätsmängeln stärker sichtbar. Er möchte die Problemlage politisch stärker verankern, weil ihr Ausmaß seiner Ansicht nach nicht ausreichend verstanden wird.

Czypionka sieht große Reformen an Vetospielern scheitern

Eine integrierte Versorgung, welche Menschen durch das System begleitet, wäre aus seiner Sicht erforderlich. Große Veränderungen scheiterten jedoch an den zahlreichen Vetospielern in Österreich.

Bund, Länder, Städte, Gemeinden und Sozialversicherung haben eine Reformpartnerschaft eingerichtet, deren Ergebnisse kürzlich präsentiert wurden. Vorausgegangen waren unter anderem längere Wartezeiten, eine wachsende Unzufriedenheit von Patientinnen und Patienten, höhere Kosten bei knapperen Kassen, eine älter werdende Bevölkerung und weniger Personal. Czypionka bewertet das Ergebnis kritisch, weil die zunächst diskutierten Ansätze aus seiner Sicht deutlich weiter reichten als die spätere Einigung.

Statt bis zur Jahresmitte ein Ergebnis vorzulegen, hätte er zusätzliche Monate für die Verhandlungen über das Gesundheitswesen bevorzugt. Die Vereinbarung lasse oft offen, was einzelne Punkte bedeuteten und wie sie gesetzlich umgesetzt werden sollten. Als Beispiel nennt er Fachärztezentren, deren Einführung bereits seit 2008 vorgesehen ist und die Spitäler entlasten sollen.

Für den Übergang von bisherigen zu neuen Versorgungsstrukturen seien Investitionen nötig. Die geplante Bundesfinanzierungsgesellschaft könnte dem Bund nach Czypionkas Ansicht ermöglichen, solche Ausgaben mitzutragen und dafür eine stärkere Einhaltung von Vorgaben zur Gestaltung des Gesundheitswesens einzufordern. Eine Finanzierung aus einer Hand hält er wegen der Kompetenz- und Finanzierungsverteilung zwischen Bund, Ländern und Sozialversicherung für kaum vorstellbar. Österreichs Föderalismus und die starke Rolle der Kammern erschwerten weitreichende Reformen, während Sozialpartner in Frankreich und Deutschland im Gesundheitswesen weniger Einfluss hätten. Von der Reformpartnerschaft hätte er sich eine gemeinsame, auf 2040 ausgerichtete Zukunftsvision erwartet, wie sie auch der Rechnungshof verlangt hatte. Die Überlegung, die Regierung habe wegen einer stärker werdenden FPÖ rasch ein Ergebnis präsentieren wollen, teilte er nicht. Ein weiterer Eindruck mangelnder Reformfähigkeit könne Menschen nach seiner Einschätzung zu dem Schluss bringen, mit der FPÖ könne es nicht schlechter werden.

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