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Eine Babyflasche mit Milch steht neben einer offenen Dose Babymilchpulver mit einem Messlöffel.Bild mit KI erstellt

Die Staatsanwaltschaften Innsbruck und Wien prüfen Vorwürfe rund um möglicherweise mit Cereulid belastete Babymilch.

Nach einer Anzeige von Foodwatch haben die Staatsanwaltschaften Innsbruck und Wien Ermittlungen zu möglicherweise mit Cereulid belasteter Babymilch aufgenommen. In Innsbruck richtet sich das Verfahren gegen Danone wegen des Verdachts des fahrlässigen Inverkehrbringens gesundheitsschädlicher Lebensmittel, in Wien gegen Nestlé.

Foodwatch steht nach eigenen Angaben mit den Behörden in Kontakt und übermittelt Informationen für die Aufklärung.

Familie erstattete nach Rückruf Anzeige

Im Herbst des Vorjahres hatte ein Baby einer Tiroler Familie wiederholt Erbrechen und Durchfall. An der Universitätsklinik Innsbruck blieb die Ursache zunächst offen. Die Eltern verdächtigten die verwendete Babymilch von Danone.

Danone ließ die betreffende Packung untersuchen und gab danach Entwarnung. Die Eltern gaben die Milch weiter, die Beschwerden des Kindes setzten sich fort. Im Jänner nahm das Unternehmen Produkte zunächst ohne öffentliche Information aus dem Handel. Ende Jänner warnte ein öffentlicher Rückruf davor, dass auch in Österreich mit Cereulid verunreinigte Babymilch im Umlauf gewesen war. Die Familie brachte daraufhin eine Strafanzeige ein und erklärte, sie fühle sich hintergangen und geschädigt.

Eltern klagen in Dornbirn gegen Nestlé

In Dornbirn haben Eltern zivilrechtlich gegen Nestlé geklagt. Sie machen Ansprüche nach dem Produkthaftungsgesetz sowie Schmerzensgeld und Kosten für den Pflegeaufwand geltend. Ein von der Familie beauftragtes mikrobiologisches Gutachten könnte nach Einschätzung von Foodwatch auch anderen Betroffenen als Grundlage für rechtliche Schritte dienen.

Auch in Frankreich führt die Staatsanwaltschaft nach einer Foodwatch-Anzeige Untersuchungen. Nach Angaben der Organisation bestätigte sie einen konkreten Zusammenhang zwischen dem Konsum kontaminierter Säuglingsnahrung und Toxinen im Stuhl eines 24 Tage alten Säuglings. Die Konzerne hatten einen solchen Zusammenhang bis dahin zurückgewiesen.

Bei Foodwatch meldeten sich seit Beginn des Falls rund 90 Betroffene, die einen zeitlichen Zusammenhang zwischen möglicherweise kontaminierter Babymilch und Symptomen schilderten. Die Organisation erklärte zudem, medizinisches Personal in Österreich sei spät über die Kontamination informiert worden. Mehrere Hersteller hatten im Winter Säuglingsnahrung in mehr als 60 Ländern zurückgerufen. Cereulid kann Durchfall und Erbrechen auslösen. Neben Österreich wurden Fälle auch aus Belgien, Dänemark, Frankreich, Luxemburg, Spanien und dem Vereinigten Königreich gemeldet und untersucht.

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