Mehr Nachrichten.jetzt bei Google sehen
Aufrechtes Thermometer aus Holz mit roter Säule auf kiesigem Boden vor Bergsee und Sonne.Bild mit KI erstellt

Mehr als die Hälfte der Gemeinden in Österreich wies im ersten Halbjahr 2026 eine hohe oder sehr hohe Hitzebelastung auf.

Die Auswertung des Complexity Science Hub zeigt für das erste Halbjahr 2026 in mehr als der Hälfte der österreichischen Gemeinden eine hohe oder sehr hohe Hitzebelastung. 2018 hatte dieser Anteil noch bei rund einem Viertel gelegen.

Der Hitzebelastungsindex verbindet die Zahl der Hitzetage und Tropennächte mit dem Anteil der Menschen über 65 Jahre. Einen sehr hohen Wert erreichten 373 Gemeinden und 22 Bezirke, wenn mindestens 28 Hitzetage auf einen Bevölkerungsanteil von mehr als 22,8 Prozent über 65-Jähriger trafen.

Kärnten gehört neben den östlichen Bundesländern zu den besonders belasteten Regionen. In Ebenthal, Feistritz, Ferlach und sieben weiteren Kärntner Gemeinden wurden jeweils 39 Tage mit mindestens 30 Grad Celsius gezählt. Das war der höchste Wert in Österreich.

Auch im Westen wurden mehr Hitzetage gezählt

Auch westliche Landesteile verzeichneten zunehmende Hitze. Dornbirn und Feldkirch kamen im Durchschnitt auf 34 Hitzetage, Innsbruck und Bludenz auf 30. In Wien lag der Durchschnitt bei 32 Tagen. Das Gefälle zwischen Ost und West besteht weiter, fällt aber geringer aus.

Bei den Tropennächten lagen acht Wiener Bezirke mit jeweils 30 Nächten an der Spitze: der 1., 2., 4., 5., 6., 7., 8. und 9. Bezirk. Als Tropennacht gilt eine Nacht, in der die Temperatur nicht unter 20 Grad Celsius fällt. Nur 548 Gemeinden in Österreich hatten heuer noch keine Tropennacht, nach 1.207 im Jahr 2025 und 1.890 im Jahr 2020.

Hitze erhöht das Risiko für ältere Menschen

Hannah Schuster vom Complexity Science Hub und der Wirtschaftsuniversität Wien untersuchte die gesundheitlichen Folgen. Zwischen 2015 und 2022 war jeder zusätzliche Hitzetag in österreichischen Bezirken mit einem Anstieg der Sterblichkeit um 2,4 Prozent pro 1.000 Einwohner verbunden. Bei einem Anteil von einem Viertel über 65-Jähriger verdoppelte sich dieser Effekt.

An rund der Hälfte aller Hitzetage stieg die Temperatur heuer über 32 Grad Celsius. Schuster regt für Orte mit vielen Hitzetagen leicht erreichbare klimatisierte Räume an. Krankenhäuser, Pflegeheime und Schulen sollten in Hitzeschutzpläne einbezogen werden.

Deine Meinung zu diesem Artikel?

Kommentare

Die Reihenfolge berücksichtigt Likes, Dislikes, Antworten und Aktualität.

In der App mitdiskutieren

Öffne diesen Beitrag in der Nachrichten.jetzt-App und schreib Deine Meinung dazu.

Die App ist kostenlos für iPhone und Android verfügbar.

Beitrag in der App öffnen

Am Laptop zeigt Dir der Button einen QR-Code für den passenden App-Store.