Mure im Valsertal: 14 Autos erfasst, Zufahrt blockiert
Bild mit KI erstellt Elf Wanderer wurden nach einer Mure im Valsertal unverletzt ausgeflogen. Die Zufahrt blieb blockiert, 14 Autos wurden erfasst.
Nach dem Murenabgang am Freitagabend im Valsertal hinter St. Jodok am Brenner brachte der Polizeihubschrauber Libelle Tirol elf Wanderer unverletzt ins Tal.
Die überwiegend als Urlauber bezeichnete Gruppe hatte den Tag im Gebiet der Kaserer Almen verbracht. Trotz des regnerischen Wetters erreichten die Wanderer den Parkplatz Nockeralm, doch die versperrte Straße ließ keinen weiteren Fußweg zu. Daraufhin setzten sie einen Notruf ab.
Bachbett und Zufahrt wurden am Samstag freigeräumt
Der Alpeiner Bach verlagerte Steine, Schutt, Geröll und Schlamm über rund fünf Kilometer vom Talschluss bis zum Parkplatz gegenüber dem Gasthof Touristenrast. Vierzehn dort abgestellte Autos wurden von der Mure erfasst. Außerdem entstanden Flurschäden, und die Zufahrt zum Parkplatz war blockiert. Die Fahrzeuge dürften erheblich beschädigt sein, ihre Fahrbereitschaft war jedoch unklar.
Am Samstag setzten zahlreiche Einsatzkräfte zwei Bagger ein. Sie leiteten den Bach wieder in sein ursprüngliches Bett und räumten die Verbindung zum Parkplatz frei.
Obwohl vergleichsweise wenig Regen fiel, dürfte die Verbindung aus Hagel und Moränenablagerungen im Talschluss die Dynamik des Abgangs verstärkt haben. Die Mure kam erst in einem flachen Bereich zum Stillstand, der im Valsertal als Retentionsfläche dient.
Schon 2012 und 2021 war der Parkplatz von Muren betroffen, damals stärker als diesmal. Der Deutsche Alpenverein als Eigentümer der Geraer Hütte und Almbauern verfolgen seit Längerem eine Verlegung des Talwegs in höheres Gelände. Wenige Tage vor dem Abgang war bei einem Gewitter auch die Talstation der Materialseilbahn zur Hütte beschädigt worden. Eine Verhandlung zur Wegverlegung hatte bereits stattgefunden. In dem Natura-2000-Gebiet gilt das Vorhaben als schwer umsetzbar, ein Schutzdamm würde nach dieser Einschätzung keine Wirkung entfalten. Der Bürgermeister wertete die frei liegenden Moränen nach dem Rückgang größerer Gletscher als Zeichen des Klimawandels und befürchtete weitere Vermurungen von Talboden und Weg.
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