Nachhilfekosten Steiermark steigen auf 18,1 Millionen Euro
Bild mit KI erstellt Die Gesamtausgaben für Nachhilfe stiegen auf 18,1 Millionen Euro, obwohl die durchschnittlichen Kosten pro Kind auf 770 Euro sanken.
Eltern in der Steiermark gaben im Schuljahr 2025/26 insgesamt 18,1 Millionen Euro für Nachhilfe aus. Das geht aus der jüngsten Nachhilfestudie der Arbeiterkammer hervor.
Die durchschnittlichen Kosten für die Nachhilfe eines Kindes sanken von 780 Euro im Schuljahr 2024/25 auf 770 Euro. Die Gesamtbelastung der Eltern stieg dennoch von 16,6 Millionen auf 18,1 Millionen Euro. AK-Bildungsbereichsleiterin Alexandra Hörmann erklärte, Eltern leisteten sich Nachhilfe meist nur noch punktuell statt kontinuierlich.
46.000 Kinder in der Steiermark brauchen Nachhilfe
Für das Nachhilfemonitoring befragte das Institut IFES österreichweit 4.691 Schulkinder in 3.208 Haushalten. In der Steiermark nahmen 629 Schulkinder aus 426 Haushalten an der repräsentativen Studie teil.
Rund 46.000 steirische Schülerinnen und Schüler, das sind 34 Prozent, haben Nachhilfebedarf. 17 Prozent der Schulkinder nahmen bezahlte Nachhilfe oder Lernhilfe in Anspruch. Ein Viertel der Volksschulkinder in der dritten und vierten Klasse erhielt bereits Nachhilfe für den Übergang ins Gymnasium. Rund 7.000 Kinder hätten bezahlte Nachhilfe benötigt, für ihre Familien war sie jedoch aus finanziellen Gründen nicht leistbar.
Am häufigsten wird Nachhilfe in Mathematik benötigt, nämlich von 66 Prozent. Deutsch folgt mit 30 Prozent, Fremdsprachen mit 18 Prozent. Bei bezahlter Nachhilfe in Mathematik geht es laut Studie am häufigsten darum, ein Nicht genügend zu verhindern.
Bezahlte Nachhilfe belastet viele Familien finanziell
49 Prozent der Befragten fühlen sich durch bezahlte Nachhilfe finanziell spürbar bis sehr stark belastet. 76 Prozent der steirischen Schulkinder werden zu Hause zumindest gelegentlich von ihren Eltern beim Aufgabenmachen, Lernen und Üben beaufsichtigt. Ein Viertel der Eltern lernt praktisch täglich mit den Kindern, 47 Prozent der helfenden Eltern berichten von einer spürbaren zeitlichen Belastung.
Drei Viertel der Eltern, die bezahlte Nachhilfe organisiert haben, glauben, dass die Bildungschancen vom Einkommen der Eltern abhängen. 63 Prozent der Eltern sehen im österreichischen Schulsystem keine fairen Bildungschancen. Die Studie stellt zudem einen Zusammenhang zwischen als adäquat eingeschätzten schulischen Anforderungen und einem geringeren Bedarf an bezahlter Nachhilfe fest.
Die Arbeiterkammer fordert Chancengerechtigkeit an Schulen sowie den Ausbau verschränkter ganztägiger Schulformen. Eltern von Kindern in solchen Schulformen nannten laut Studie die geringste Notwendigkeit für bezahlte Nachhilfe. Die AK Steiermark verweist außerdem auf kostengünstige Feriencamps und die Initiative „AKtive Sommerferien“, die Lernhilfe und Freizeitbetreuung verbindet.
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