Nachrichten.jetzt vor Ort: Waldbrände in Friaul – Rauch zieht bis nach Kärnten

Am Monte Amariana kämpfen zahlreiche Kräfte gegen die Ausbreitung. Leser aus Oberkärnten berichten gleichzeitig von deutlichem Brandgeruch.
Die Waldbrände in Friaul-Julisch Venetien beschäftigen die Einsatzkräfte weiterhin. Besonders angespannt ist die Situation rund um den Monte Amariana zwischen Amaro und Tolmezzo. Das Feuer breitete sich zuletzt weiter in Richtung Tal aus, Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Die Auswirkungen sind mittlerweile auch deutlich nördlich der italienisch-österreichischen Grenze zu bemerken. Nachrichten.jetzt war selbst vor Ort und hat sich ein Bild von der aktuellen Lage gemacht.
Bewohner mussten Pissebus verlassen
In der Nacht auf Sonntag erreichten die Flammen auch den Bereich des Monte Amarianute und rückten näher an den Tolmezzoer Ortsteil Pissebus heran. Die Behörden ordneten daraufhin die vorübergehende Räumung der betroffenen Häuser an. Nach Angaben aus Friaul mussten insgesamt 25 Menschen ihre Wohnungen beziehungsweise Häuser verlassen. Für den Brand am Monte Amariana wurden am Sonntagmorgen rund 400 betroffene Hektar angegeben.
Die Zufahrt nach Pissebus wurde gesperrt, außerdem wurden Hoch- und Mittelspannungsleitungen im betroffenen Bereich aus Sicherheitsgründen abgeschaltet. Auch auf weiteren Straßen rund um Amaro und Tolmezzo gelten Einschränkungen.


Großangelegte Löscharbeiten aus der Luft und am Boden
Feuerwehr, Forstpersonal, Zivilschutz und zahlreiche Freiwillige sind seit Tagen im Einsatz. Zusätzlich werden Hubschrauber sowie Löschflugzeuge eingesetzt. Italien erhält dabei auch Unterstützung aus Slowenien.
Am Sonntagmittag meldete der Zivilschutz vier Hubschrauber, zwei Canadair und zwei slowenische Air Tractor als verfügbare Luftfahrzeuge. Die dichte Rauchentwicklung erschwerte allerdings zeitweise auch die Arbeiten aus der Luft. Gegen Mittag wurde zudem ein weiterer Brandherd bei Fusea im Gemeindegebiet von Tolmezzo gemeldet.



Rauchgeruch auch in Greifenburg und am Weißensee
Die Folgen reichen inzwischen weit über das unmittelbare Brandgebiet hinaus. Der Wind trägt den Rauch aus Norditalien derzeit über die Grenze nach Österreich. Bei der Kärntner Landesalarm- und Warnzentrale gingen innerhalb weniger Stunden rund 35 Notrufe ein. Gemeldet wurde vor allem deutlicher Brandgeruch.
Auch Leserinnen und Leser von Nachrichten.jetzt berichten von Rauchgeruch in Oberkärnten. Entsprechende Meldungen erreichten uns unter anderem aus Greifenburg und dem Bereich rund um den Weißensee. Seitens des Landes wird die Bevölkerung gebeten, bei Rauchgeruch oder eingeschränkter Sicht Ruhe zu bewahren und die Notrufnummern nur in tatsächlichen Notfällen zu wählen.
Löschflugzeuge holten Wasser aus dem Weißensee
Der Weißensee spielt auch bei der Brandbekämpfung südlich der Grenze eine wichtige Rolle. Italienische Löschflugzeuge nahmen am Sonntagvormittag erneut Löschwasser aus dem Kärntner See auf. Dafür wurde der Bereich in der Seemitte zwischen Mühlzipf und Paterzipf abgesichert und zeitweise gesperrt.
Ob sich die Lage entspannt, hängt vor allem vom Wetter ab. In den kommenden Tagen wird es in Friaul zeitweise kühler und unbeständiger. Bereits am Montag werden Schauer und Gewitter erwartet. Die Löscharbeiten in den betroffenen Gebieten gehen unterdessen weiter.


























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