Signa Development: Forderungen von 2,59 Milliarden Euro im achten Zwischenbericht
Bild mit KI erstellt Im achten Zwischenbericht sind Forderungen von 2,59 Milliarden Euro ausgewiesen. Knapp 1,7 Milliarden Euro davon wurden anerkannt.
Insolvenzverwalterin Andrea Fruhstorfer hat den achten Zwischenbericht zur Signa Development vorgelegt. Darin sind Forderungen der Gläubiger von 2,59 Milliarden Euro erfasst, knapp 1,7 Milliarden Euro davon gelten als anerkannt. Haftungsansprüche gegen frühere Manager und Aufsichtsräte sind weiterhin nicht geklärt.
Aus Anfechtungen, die frühere Zahlungen an Signa Development rückgängig machen sollen, flossen bisher rund 13 Millionen Euro in die Insolvenzmasse. Mit neun Klagen beim Handelsgericht Wien werden weitere 24 Millionen Euro verlangt. Fünf dieser Verfahren wurden durch Vergleiche über vergleichsweise geringe Beträge abgeschlossen.
Mehrere Klagen und Vergleichsgespräche sind noch offen
Im Streit mit der Republik Österreich beziehungsweise dem Finanzamt für Großbetriebe geht es um Steuerzahlungen von rund 12,4 Millionen Euro vor der Insolvenzeröffnung. Ende Jänner 2026 unterlag die Insolvenzverwalterin vor dem Oberlandesgericht Wien auch in zweiter Instanz. Der Oberste Gerichtshof hat noch nicht entschieden. Gegen die Signa-Beratungsgesellschaft TPA fordert Fruhstorfer mehr als 3,9 Millionen Euro zurück und verlangt zusätzlich acht Millionen Euro Schadenersatz. Für den Herbst sind eine Tagsatzung und die Festlegung eines Prozessprogramms vorgesehen, parallel dazu laufen Vergleichsgespräche außerhalb des Gerichts.
Ein weiteres Verfahren betrifft die RAG-Stiftung und einen Betrag von mehr als 3,2 Millionen Euro. Mit ehemaligen Vorständen, Aufsichtsräten und Beratern verhandelt die Insolvenzverwalterin außergerichtlich über Haftungsansprüche. Den Beteiligten wird vorgeworfen, falsche Entscheidungen getroffen oder die bereits absehbare Insolvenz außer Acht gelassen zu haben. Für die Verhandlungen wurde Vertraulichkeit vereinbart. Im Herbst ist eine weitere Gesprächsrunde geplant. Bleibt bis spätestens Oktober 2026 eine Einigung aus, will Fruhstorfer die Ansprüche gerichtlich geltend machen. Die Vergleichsgespräche sollen langwierige Prozesse und hohe Verfahrenskosten vermeiden.
Immobilienverwertung soll die Quote der Gläubiger erhöhen
Die Signa Development hält Beteiligungen in Österreich, Deutschland, Italien und Luxemburg. Seit der Insolvenzeröffnung wurden nahezu zwölf Immobilien verwertet. Beim Verkauf des Hotel Andaz Vienna am Belvedere im Frühjahr 2026 betrug der Preis 92 Millionen Euro, davon sollen 25 Millionen Euro an die Signa Development geflossen sein. Für das Grundstück Muthgasse 1a in Wien liegt ein unverbindliches Angebot der Stadt Wien über 9,7 Millionen Euro vor, das noch der Zustimmung des Gemeinderats bedarf.
In Wolfsburg hat der Verkaufsprozess für ein Grundstück mit rund 10.200 Quadratmetern vermietbarer Fläche begonnen. Der zunächst vorgesehene Verkauf eines weiteren Wolfsburger Grundstücks an VW, auf dem ein Bistro für Beschäftigte des Autobauers steht, gilt wegen der Lage der Autoindustrie derzeit als nicht wahrscheinlich. Für zwei Grundstücke in Bozen werden neue Raumordnungskonzepte der Stadtregierung abgewartet. Über die Liegenschaft am Weingartenweg in Bozen wird bereits mit Interessenten verhandelt.
Wie hoch die Gläubigerquote ausfällt, hängt laut Zwischenbericht vom Ergebnis der Anfechtungs- und Haftungsansprüche sowie von den Erlösen des Immobilienportfolios ab, wobei Transaktions- und Verfahrenskosten abzuziehen sind. Fruhstorfer steht zudem in Austausch mit zuständigen Staatsanwälten und Bundeskriminalbeamten der SOKO Signa. Der Zwischenbericht rechnet mit weiteren Sachverhaltsdarstellungen. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt im Zusammenhang mit der Insolvenz des Immobilienkonzerns in mehr als einem Dutzend Sachverhalten.
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