Steiermark plant Kühlinseln und Hitzeschutzpläne
Bild mit KI erstellt Bei einem Gipfel in Graz beriet die Landesregierung weitere Vorsorge gegen Hitze und Trockenheit, darunter Kühlinseln und Pläne für Betreuungseinrichtungen.
Die Steiermärkische Landesregierung hat sich im Rahmen einer Regierungssitzung in der Grazer Burg zu einem Hitzeschutz-Gipfel getroffen. Landeshauptmann Mario Kunasek und Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom informierten über bereits gesetzte Maßnahmen und weitere Schritte zur Vorbereitung auf extreme Hitze und deren Folgen.
Die Stromversorgung blieb laut Energie Steiermark auch während der aktuellen Hitzephase stabil. Windkraft, Photovoltaik und Gaskraft glichen die wegen Niedrigwassers verminderten Kapazitäten der Wasserkraft aus. Im rund 30.000 Kilometer langen Stromnetz kam es zu keinen Beeinträchtigungen. Die Trinkwasserversorgung ist nach Angaben des Landes grundsätzlich gesichert.
Hitzeschutzplan für Betreuungseinrichtungen wird erarbeitet
Für Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen wird neben dem bestehenden Hitzeschutzplan des Landes ein eigener Plan mit Praxisleitfaden und Checklisten erarbeitet. Bei Neubauten und größeren Sanierungen von Bildungseinrichtungen werden sommerlicher Wärmeschutz, Beschattung, Begrünung, Lüftung und technische Kühlung berücksichtigt. Ein Pilotprojekt im KLAR!-Netzwerk Südost entwickelt Maßnahmen für Kindergärten und Kinderkrippen. Seine Ergebnisse sollen landesweit ausgerollt werden. Der Schwimmunterricht soll in den heißen Wochen vor den Sommerferien nach dem Notenschluss geblockt im Rahmen von Projekttagen oder Schulveranstaltungen stattfinden.
Mit dem Wassernetzwerk 2050 sollen Transportleitungen bei Versorgungsspitzen und in Trockenheitsphasen einen innersteirischen Wasserausgleich ermöglichen. In der Land- und Forstwirtschaft sollen unter anderem die Hagel- und Dürreversicherung, moderne Bewässerungssysteme sowie Forschung zu hitze- und trockenheitstoleranten Kulturen unterstützen. Für die Dürresituation 2026 wurden Krisenmechanismen wie die Beobachtung von Niederschlagsmengen, Bodenfeuchte und Futtermittelbeständen, Ausnahmeregelungen beim Futtermittelzukauf und eine Futterbörse aktiviert.
Kühlinseln und Trinkwasserschutz sollen in Gemeinden ausgebaut werden
Die Zahl der Vegetations- und Waldbrände stieg von 47 im Jahr 2025 auf 98 bis zum 10. August 2026. Ein Feuerwehr-Investitionspaket von 25,5 Millionen Euro befindet sich in Umsetzung. Trinkwassernetze sollen weiter ausgebaut sowie Trinkwasserversorgung und Hitzeschutz stärker in den Katastrophenschutzplänen der Gemeinden verankert werden. Schulen, Gemeindeämter, Kindergärten und Veranstaltungszentren sollen nach Möglichkeit klimatisiert und notstromversorgt werden, um im Ernstfall als Kühlinseln für besonders gefährdete Menschen zu dienen. Die 353 Funkmasten des BOS-Netzes werden wegen der hohen Temperaturen rund um die Uhr gekühlt.
Erste Rettungsdienststellen wurden bereits klimatisiert, für Medikamente wurden zulässige Lagertemperaturen definiert. In den Häusern der KAGes werden OP-Bereiche, Aufwachräume und neue Ambulanzen standardmäßig gekühlt. Bei Neubauten und umfassenden Sanierungen ist in Patientenzimmern seit März 2024 ein Temperaturmanagement verpflichtend. Auf Straßen werden kleinere Fahrbahnschäden unmittelbar behoben, größere Gefahrenstellen abgesichert und anschließend saniert. Die neue Steiermärkische Bautechnikverordnung soll den sommerlichen Wärmeschutz stärken, während die Errichtung von Klimaanlagen durch ein Meldeverfahren erleichtert werden soll.
Deine Meinung zu diesem Artikel?
Beitrag melden
Wähle einen Grund aus und beschreibe, was nicht passt oder neu dazugekommen ist.
Foto oder Video senden
Sende der Redaktion ergänzende Bilder oder ein Video zum Beitrag. Videos werden in der Redaktion geprüft und nicht automatisch veröffentlicht.




Kommentare
Die Reihenfolge berücksichtigt Likes, Dislikes, Antworten und Aktualität.
Öffne diesen Beitrag in der Nachrichten.jetzt-App und schreib Deine Meinung dazu.
Die App ist kostenlos für iPhone und Android verfügbar.
Am Laptop zeigt Dir der Button einen QR-Code für den passenden App-Store.