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Ein brauner Teddybär liegt auf einem Holztisch neben Buntstiften, einem Block und Bauklötzen.Bild mit KI erstellt

Nach Kritik an seiner Aussage zur Kinderbetreuung entschuldigte sich Bundeskanzler Christian Stocker und erklärte, Kinderbetreuung sei Arbeit.

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hat sich nach seiner Aussage zur Kinderbetreuung öffentlich entschuldigt. Bei einer Bürgerveranstaltung seiner Sommertour in Salzburg hatte er auf eine Frage zur Unterstützung von Müttern erklärt, Kinderbetreuung sei für ihn weder unbezahlte Arbeit noch Arbeit.

Eine Teilnehmerin hatte zuvor auf 96 Stunden unbezahlte Kinderbetreuung pro Woche verwiesen. Die Antwort des Kanzlers stieß im Publikum auf Widerstand. Moderatorin Arabella Kiesbauer widersprach Stocker, für ihre Wortmeldung erhielt sie Applaus.

Stocker nennt seine Aussage falsch

In einer schriftlichen Stellungnahme bezeichnete Stocker den Satz als falsch. Er bat jene Menschen um Entschuldigung, die sich durch seine Worte verletzt, beleidigt oder nicht wertgeschätzt fühlten.

Der Kanzler stellte zugleich klar, dass Kinderbetreuung Arbeit sei. Besonders Frauen übernähmen in den meisten Familien weiterhin den größten Teil der Kindererziehung. Mütter, Väter und Großeltern leisteten mit Betreuung und Erziehung einen wichtigen Beitrag für Gesellschaft und Zukunft des Landes.

Stocker erklärte, Familienarbeit sei nicht in Geld messbar, sondern stehe für Vertrauen, Zusammenhalt und gemeinsame Erlebnisse. Der 66-Jährige verwies auf seine beiden erwachsenen Kinder, die er gemeinsam mit seiner Frau großgezogen habe, während beide berufstätig gewesen seien. Er kenne die Belastungen der Kindererziehung ebenso wie ihre schönen Seiten.

Kritik kam von Grünen, FPÖ und SPÖ

Grünen-Chefin Leonore Gewessler verlangte eine Entschuldigung für Mütter. FPÖ-Obmann Herbert Kickl kritisierte Stockers Aussage ebenfalls. SPÖ-Frauensprecherin Sabine Schatz verwies darauf, dass Kinderbetreuung zwar schön sei, aber Kraft, Zeit und häufig auch finanzielle Sicherheit koste. Diese Belastung betreffe in Österreich weiterhin vor allem Frauen.

ÖVP-Frauenchefin Juliane Bogner-Strauß hob nach Stockers Klarstellung die Aufgabe der Politik hervor, Mütter zu unterstützen sowie Kinderbetreuung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner erklärte, sie verstehe Stockers Aussage so, dass Kinder für Eltern bei aller Arbeit vor allem Freude bedeuteten.

Der burgenländische ÖVP-Landesparteiobmann Christoph Zarits erklärte, Kinderbetreuung sei aus seiner Sicht anstrengende und umfangreiche Arbeit. Burgenlands Familienlandesrätin Daniela Winkler (SPÖ) kritisierte Stockers Aussagen auch nach dessen Entschuldigung.

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