Kärntner Buchhandel meldet rund 30 Prozent weniger Verkäufe bei 10- bis 15-Jährigen

Bei den 15- bis 19-Jährigen stiegen die Verkäufe um 7,9 Prozent. Laut Helmut Zechner gleicht das den Rückgang nicht aus.
Der Kärntner Buchhandel verzeichnet bei den 10- bis 15-Jährigen einen Rückgang der Buchverkäufe von rund 30 Prozent.
Bei den 15- bis 19-Jährigen stiegen die Verkäufe um 7,9 Prozent. Dieses Plus könne den Rückgang nicht annähernd ausgleichen, sagt Helmut Zechner, WK-Obmann der Fachgruppe Medien- und Buchwirtschaft. Die Branche verliere damit junge Leserinnen und Leser in einem Alter, in dem die Grundlage für das spätere Leseverhalten gelegt werde.
Zechner fordert frühe Leseförderung
Zechner sieht Eltern, die selbst lesen, als wichtigste Vorbilder. Der Schule komme danach eine wichtige Rolle zu. Er kritisiert, dass digitale Geräte den Lernalltag immer früher bestimmten, und verweist auf Schweden, das wieder stärker auf gedruckte Bücher, Schreibschrift und weniger Bildschirmzeit setze.
Mit der Aktion „Lesekoffer“ bringt der Kärntner Buchhandel Bücher in Kindergärten und Volksschulen. Zechner begrüßt auch die kommende BUCH9020 in Klagenfurt als Aktivität, die dem Buch eine Bühne gebe und Menschen zum Lesen bringe.
Im ersten Halbjahr gingen die Verkäufe in nahezu allen Warengruppen zurück. Sachbücher legten um 3,2 Prozent zu, im stationären Handel um 2,5 Prozent. Bei Belletristik betrug der Rückgang 0,7 Prozent, bei Kinderbüchern 3 Prozent, bei Reisetiteln 11,3 Prozent und bei naturwissenschaftlichen Themen 18,3 Prozent.
Buchabsatz sinkt auch im August
Im August 2026 sank der Buchabsatz gegenüber dem Vorjahr um 4,1 Prozent, im stationären Handel um 5,5 Prozent. Auch die Umsätze gingen trotz gestiegener Durchschnittspreise zurück.
Seit 2021 schlossen in Österreich 300 Buchhandlungen. In Klagenfurt und Villach sperrten in den vergangenen Jahren zwölf Buchhandlungen zu. Zechner fordert deshalb weiterhin, die Mehrwertsteuer auf Bücher von zehn auf fünf Prozent zu senken.
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