Mehr Nachrichten.jetzt bei Google sehen
Dauerausstellung „ÜBER.LEBEN“ öffnet im Museumstollen in Klagenfurt

Die Ausstellung verbindet die Geschichte des Luftschutzstollens mit Natur, Biodiversität und der Verantwortung des Menschen für seine Umwelt.

Am Freitag, 23. Oktober, öffnet im Botanischen Garten Klagenfurt die Dauerausstellung „ÜBER.LEBEN“ im Museumstollen. Der frühere Luftschutzstollen aus dem Zweiten Weltkrieg wurde dafür als Ausstellungsort des kärnten.museum gestaltet.

Die Schau behandelt die Geschichte des Ortes, den Schutz des Lebens, Biodiversität und die Verantwortung des Menschen für seine Umwelt. Der 1943 von der nationalsozialistischen Stadtverwaltung errichtete Stollen steht für den Schutz der Bevölkerung vor Bombenangriffen und erinnert zugleich an die menschenverachtende Politik des NS-Regimes. Er bietet auch Pflanzen- und Tierarten Lebensraum.

Besucher erfahren mehr über die frühere Nutzung des Stollens

Die Ausstellung zeigt, wie der Stollen entstand, welche Rolle er im Zweiten Weltkrieg spielte und wie er später genutzt wurde. Auch Ingeborg Bachmann suchte hier einst Schutz und berichtete davon in ihrem Kriegstagebuch. Nach dem Krieg war der Stollen bis 1955 ein Rundfunkstudio der britischen Besatzung. Von 1973 bis 2015 beherbergte er ein Bergbaumuseum.

Weitere Themen sind die Entstehung von Lebensräumen, die Bedrohung von Arten und Möglichkeiten zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Die Ausstellung behandelt unter anderem den Klimawandel, Höhlenpflanzen und -tiere sowie den Schutz von Fledermäusen. Eine multimediale Installation erzählt die Geschichte des Klagenfurter Lindwurms und führt vom sagenhaften Fabelwesen zum eiszeitlichen Wollhaarnashorn.

Ein neu errichteter Eingangspavillon bietet Informationen zur Ausstellung und einen beschatteten Aufenthaltsbereich. Von einer Plattform darüber reicht der Blick über den Botanischen Garten. Im Stollen herrschen ganzjährig relativ konstante Temperaturen zwischen 8 und 12 Grad Celsius.

Das Projekt konzipierten kärnten.museum-Direktor Wolfgang Muchitsch und der Leiter des Kärntner Botanikzentrums, Roland K. Eberwein. Martina Zerovnik ist für Konzept und Kuratierung der Ausstellung verantwortlich. Finanziert wurde das Projekt zu großen Teilen durch Zuwendungen der Kärnten Privatstiftung und der Privatstiftung Kärntner Sparkasse. Mit der Eröffnung werden Teile der historischen Kreuzbergl-Stollenanlage wieder öffentlich zugänglich.

Lass Deine Reaktion da

Kommentare

Die Reihenfolge berücksichtigt Likes, Dislikes, Antworten und Aktualität.

In der App mitdiskutieren

Öffne diesen Beitrag in der Nachrichten.jetzt-App und schreib Deine Meinung dazu.

Die App ist kostenlos für iPhone und Android verfügbar.

Beitrag in der App öffnen

Am Laptop zeigt Dir der Button einen QR-Code für den passenden App-Store.