ESG-Talk in Klagenfurt zeigt Chancen für Betriebe

Fachleute aus Tourismus, Wirtschaft, Risikomanagement und Finanzierung erläuterten, wie Nachhaltigkeit Betrieben wirtschaftliche Chancen eröffnen kann.
Beim „Expert Talk ESG & Nachhaltigkeit“ in der Skybar George & Marie in Klagenfurt ging es darum, wie kleine und mittlere Betriebe ESG-Anforderungen praxisnah umsetzen und daraus wirtschaftliche Chancen entwickeln können. Fachleute aus Tourismus, Wirtschaft, Risikomanagement und Finanzierung stellten dazu konkrete Beispiele vor. Nachhaltigkeit beeinflusst Finanzierung, Risikomanagement, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.
Jutta Steinkellner, Leiterin des Servicezentrums der Wirtschaftskammer Kärnten, sagte, kleine und mittlere Unternehmen sollten Nachhaltigkeit nicht als zusätzliche bürokratische Belastung sehen. Wer sich frühzeitig mit Risiken, Ressourcen und Chancen auseinandersetze, könne unternehmerischen Mehrwert schaffen. Die Wirtschaftskammer Kärnten unterstützt Betriebe gemeinsam mit ESG-Expertinnen und -Experten mit Beratungs- und Förderangeboten. Robert Karlhofer, Geschäftsführer der KSL Tourismus Marketing GmbH und der Tourismusregion Klopeiner See – Südkärnten – Lavanttal, sieht nachhaltigen Tourismus als möglichen Impulsgeber über die Branche hinaus. Regionaler Einkauf, öffentliche Mobilitätsangebote, die Einbindung heimischer Produzenten und Investitionen in der Region könnten regionale Wirtschaftskreisläufe stärken, Wertschöpfung vor Ort halten und Arbeitsplätze sichern.
Andrea Resch, Geschäftsführerin der Resch GmbH, beschrieb Nachhaltigkeit als laufenden Prozess ohne Patent- oder Erfolgsrezept. Sie lasse sich Schritt für Schritt in den Unternehmensalltag integrieren. Wichtig seien realistische Prioritäten und eine kritische Begleitung von außen. Fabian Gems, Co-Founder und CEO der SUPASO FlexCo, sieht in Kreislaufwirtschaft und einem stärkeren Fokus auf Ressourcen Chancen für Innovation und Effizienz. Unternehmen könnten vermeintlichen Abfall als Ressource nutzen und damit auch Kosten sparen.
Florian Traussnig, verantwortlich für Risiko- und Versicherungstechnik bei KOBAN SÜDVERS, nannte Klima-, Cyber- und geopolitische Risiken als konkrete Betriebsrisiken. Wer Risiken kenne und gezielt in Prävention investiere, bleibe laut Traussnig versicherbar, resilient und glaubwürdig nachhaltig. Jakob Behrent von der BKS Bank hob die Bedeutung verlässlicher ESG-Daten hervor. Sie schaffen Transparenz für Finanzierungen, helfen Unternehmen, Klima- und Lieferkettenrisiken frühzeitig zu steuern, und stärken laut Behrent ihre langfristige Widerstandsfähigkeit und Finanzierbarkeit.
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