Innsbruck reinigt mögliche Legionellenquellen
Bild mit KI erstellt Proben möglicher technischer Quellen werden im Labor untersucht. Für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen gelten Schutzmaßnahmen.
2026 wurden in Innsbruck mehr Legionellen-Infektionen registriert als im Vorjahr. Auch europaweit wurden mehr Infektionen als in den Vorjahren verzeichnet. Das Gesundheitsamt der Stadt ergriff in Abstimmung mit dem Land Tirol umfangreiche Maßnahmen.
Im Innsbrucker Stadtgebiet identifizierte das Amt in den vergangenen Wochen mögliche technische Quellen und entnahm Proben. Die AGES unterstützte die Suche und Überprüfung möglicher Bakterienquellen. Dafür wertete sie auch Satellitenbilder KI-gestützt aus. Die Proben werden derzeit im Labor analysiert, die Erhebungen zu möglichen Infektionsquellen laufen.
Die Stadt prüft mögliche Quellen und reinigt Anlagen
Der Großteil der in Innsbruck betriebenen Kühlanlagen kommt als mögliche Bakterienquelle nicht infrage. Die Systeme sind geschlossen und können keine Aerosole erzeugen. Anlagen, deren Technik Aerosole produzieren kann, wurden als Sofortmaßnahme umgehend gereinigt. Für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen wurden Schutzmaßnahmen ergriffen.
Bei der Ursachensuche stehen besonders große Anlagen zur Trinkwassererwärmung im Blick, etwa in Pflegeheimen oder Krankenhäusern. Geprüft werden auch technische Anlagen, die Aerosole erzeugen und freisetzen können, darunter Kühltürme und Autowaschanlagen. Legionellen können sich in länger stehendem warmem Wasser vermehren. Die Übertragung auf Menschen erfolgt über eingeatmete Aerosole.
Für private Haushalte empfiehlt die Stadt, Warmwasserboiler auf mindestens 60 Grad Celsius einzustellen und Leitungen regelmäßig zu spülen. Nach längeren Nutzungspausen sollten Warmwasserleitungen mehrere Minuten mit heißem Wasser durchgespült werden, besonders vor dem Duschen. Auch Kaltwasserleitungen sollten nach einer Unterbrechung ausführlich gespült werden. Eine Legionellenschaltung, die das Wasser nur einmal wöchentlich ausreichend erhitzt, bietet nach Einschätzung der Stadt keinen sicheren Schutz. Die Zahl der Keime kann bereits nach drei Tagen wieder deutlich steigen.
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